Donnerstag, 18. August 2022

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Das Berliner Trickster Orchestra
Transkulturelle Avantgarde

Musik der Gegenwart sei heute stets etwas Multikulturelles, anders ginge es nicht. In diesem Sinn versteht sich das Berliner Trickster Orchestra als künstlerisch wie kulturell experimentierfreudiges Kollektiv. Es vereint Instrumente, Musiker*innen und Klänge aus Europa, West-, Mittel- und Ostasien.

Von Sophie Emelie Beha | 13.03.2021

    Eine Frau in blauem Kleid und ein Mann in dunkelblauer Hose und rosa Hemd sitzen und lehnen in einem Raum mit Holzboden, in dem verschiedene Schlagwerkinstrumente stehen. Vier weitere Menschen tragen Tiermasken aus Karton und deuten ein Spiel auf verschiedenen Instrumenten an
    Die beiden Gründer und künstlerisch Leitenden Ketan Bhatti und Cymin Samawatie. (Silke Weinsheimer)
    Trickster sind mythologische oder volkstümliche Charaktere, die ob ihres geheimen Wissens und intellektuelles Talents konventionelle Regeln missachten. Sie stören die göttliche, d.h. vermeintlich universelle Ordnung. Sie sind anormale kulturelle Heldinnen und Helden, die sozialen Wandel bewirken: weder gut noch böse, weder klug noch tölpelhaft. Diese Gestaltwandler offenbaren die Mehrdeutigkeit des Lebens und die Bedeutung von Nachahmung und Verwandlung für kulturelle Innovation.
    In ähnlicher Weise arbeiten die künstlerischen Leiterinnen und Leiter des Trickster Orchestra Cymin Samawatie und Ketan Bhatti. Seit 2013 fügen sie verschiedene Traditionen zusammen und haben einen Weg eingeschlagen, auf dem Musikerinnen und Musiker verschiedenster Herkunft eine gemeinsame zeitgenössische Sprache entdecken. Das Kollektiv spielt in wechselnden Besetzungen und vereint Neue Musik, Klassik, Elektronik, Jazz, Pop, Hip Hop und Improvisation.