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StartseiteHintergrundDas ewige Eis schmilzt15.02.2005

Das ewige Eis schmilzt

Wie das Kyoto-Protokoll den Klimawandel bremsen will

Sie fliegen nur knapp über den Dächern der Stadt und bleiben während ihres Nachtflugs schnatternd in Kontakt. Früher zogen die Graugänse jeden Herbst über Deutschland hinweg. Sie kamen aus Sibirien und flogen in ihre Überwinterungsgebiete an die Küste Spaniens und Nord-Afrikas. Doch Deutschland ist für viele Populationen schon lange kein Durchzugsgebiet mehr: Sie bleiben gleich hier und ersparen sich den kräftezehrenden Flug in den Süden. Das Klimas ändert sich und mit ihm auch das Zug-Verhalten der Vögel. Professor Eberhard Gwinner, Leiter der Max-Planck-Forschungsstelle für Ornithologie:

Von Britta Fecke

Ein schwimmender Eisberg 200 Kilometer von der argentinischen Küste entfernt (AP Archiv)
Ein schwimmender Eisberg 200 Kilometer von der argentinischen Küste entfernt (AP Archiv)
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Kyoto-Protokoll (pdf-Dokument, englisch)

Bei Vögeln sehen wir dramatische Änderungen, zum einen in den Arealgrenzen, die verschieben sich, zum andern gibt es Änderungen im Zugverhalten und drittens gibt es Änderungen im Brutverhalten.

Die Nomaden der Lüfte werden sesshaft. Was für die Vögel gilt, trifft auch auf andere Tierarten zu. Viele Arten dringen immer weiter nach Norden vor und verdrängen dabei die dort ansässigen Arten. Der emissionsbedingte Klimawandel erreicht alle: Tiere, Pflanzen und selbst das Eis. Das Abschmelzen der Gletscher gilt als Indikator für die globale Erwärmung. Und das Eis schmilzt nicht nur in den Bergen, sondern auch an den Polkappen. Hermann Ott, Klimaexperte beim Wuppertalinstitut:

Der Bericht über die Auswirkung des Klimawandels besagt: das Eis wird immer dünner, die Tiere verlieren ihre Nahrungsgrundlage. Kanada wird eisfrei werden, und das Land wird Probleme bekommen, seine Grenzen zu sichern, die sonst im ewigen Eis lagen.

Das Abschmelzen des ewigen Eises, der Anstieg des Meeresspiegels und die Häufung von Naturkatastrophen machen den abstrakten Klimawandel zu einer konkreten Bedrohung für die menschliche Bevölkerung in verschiedenen Teilen der Welt. Das Klimaprotokoll von Kyoto ist ein Versuch, die einmal losgetretene Lawine wieder zu stoppen oder sie zumindest nicht ungebremst ins Tal rasen zu lassen.

Selbst wenn wir jetzt eine Stabilisierung der Emissionen erreichen würden, würden bestimmte Veränderungen weiterlaufen. Zum Beispiel würde der Meeresspiegel noch einige Jahrhunderte weitersteigen aufgrund der sehr langen Reaktionszeiten. Das heißt: selbst wenn wir jetzt alles täten, um den Klimawandel zu mindern, müssen wir dennoch auf Anpassung achten. Wie bei den von der Flut zerstörten Gebieten, das, was dort errichtet wird, muss einen Anstieg von zwei Metern des Meeresspiegels gleich miteinbeziehen.

Im Jahr 1997 wurde das so genannte Protokoll zur Klima-Rahmenkonvention im japanischen Kyoto verabschiedet. In Kraft treten kann es jedoch erst jetzt: am 26. Februar 2005, nachdem endlich genügend Staaten das Protokoll unterzeichnet haben. Genügend Staaten heißt: mindestens 55 der Länder, die im Basisjahr 1990 mindestens 55 Prozent der Treibhausgase in die Atmosphäre geblasen haben. Die nötige Anzahl der Staaten war schnell erreicht, nur reichten die inzwischen 127 Vertragsstaaten nicht aus, um auf die 55 Prozent Gesamtemission zu kommen. Sie brachten es alles zusammen auf etwa 44 Prozent der klimarelevanten Gase. Es fehlte also noch ein Land wie Amerika oder Russland, dessen Kohlendioxid-Ausstoß so groß ist, dass der Beitritt reicht, um die geforderten 55 Prozent problemlos zu überbieten: Fast ein Jahrzehnt verging, bis endlich das Ziel sichtbar wurde. Wladimir Putin im Herbst vor drei Jahren:

Wir stehen dem Prozess und seinen Zielen positiv gegenüber, und wir beabsichtigen, das Protokoll zu unterzeichnen.

Bis es soweit war, zogen drei weitere Jahre ins Land. Russlands Emissionen machten im Jahr 1990 ungefähr 17 Prozent der weltweiten Kohlendioxid-Emission aus. Moskau hatte die Ratifizierung so lange herausgezögert, weil es um sein Wirtschaftswachstum fürchtete. Dabei gehen UN-Schätzungen davon aus, dass Russland wie kaum ein anderes Land vom Klimaschutz profitieren könnte. Mehrere Milliarden Dollar würde das Land bei dem Verkauf von so genannten Emissions-Zertifikaten verdienen. Mit diesen Zertifikaten kann sich freikaufen, wer mehr klimarelevante Gase - allen voran CO2 - ausstoßen will, als ihm zusteht. Zugrunde liegen immer die ermittelten Werte von 1990.

Die Sowjetunion brach aber nach dem Basisjahr zusammen. Da die Planwirtschaft niederging und die Wirtschaftsleistung extrem abgenommen hat, kann Russland nun einen schwunghaften Handel mit den Zertifikaten betreiben. Die Emissionswerte liegen heute ungefähr 30 Prozent unter denen von 1990. Hermann Ott vom Wuppertalinstitut:

Es gibt eine zweite Wirkung der russischen Ratifikation - was sich daraus erklärt, dass sich die USA nicht beteiligen - das heißt: Russland bietet ungenutzte Emissionsrechte an. Das ist auch ne Beruhigung für Japan oder Kanada, wenn sie nicht hinkommen mit ihren Zertifikaten, dass sie tatsächlich dazu kaufen können. Aber das hat jetzt einen Preis.

Die russische Regierung ließ sich aber erst überzeugen, nachdem sie sich mit der EU über die Bedingungen ihres Beitritts zur Welthandelsorganisation WTO geeinigt hatte. Nun also gehört das länderübergreifende Vertragswerk endlich zum internationalen Recht.

Die Ratifikation durch Russland ist zunächst mal ein Fortschritt. Jetzt kann das Protokoll erstmals in Kraft treten, jetzt könnte sogar wieder ein Staat austreten und das bleibt in Kraft. Das ist der Eintritt in ein neues Zeitalter. Dass reine Giftstoffe nicht aus den Schloten kommen darf, daran hat man sich gewöhnt, dass aber kein Kohlendioxid aus den Schloten kommen darf, das ist was Neues, das hat jetzt seinen Preis, den psychologischen Preis in der Industrie. Das Protokoll ist ein Meilenstein.

Im Kyoto-Protokoll verpflichten sich Industrieländer, in dem Zeitraum von 2008 bis 2012 ihre CO2- Emissionen im Mittel um rund fünf Prozent zu senken - immer in Relation zum Basisjahr 1990. Das ist von großem symbolischem Wert, aber von geringer klimapolitischer Bedeutung.

Wenn tatsächlich alle Industriestaaten ihre Verpflichtungen vom Kyoto-Protokoll umsetzten würden, hätten wir eine Minderung von zwei Prozent gegenüber dem Stand von 1990. Da aber die USA und Australien nicht mitmachen, und wenn man deren Emissionen mit einbezieht (die sie vorrausichtlich bis 2010 haben werden, dann haben wir eine Steigerung von vorrausichtlich zehn Prozent.

Im Jahr 2001 lehnten die Vereinigten Staaten von Amerika das Protokoll ab. Damit weigert sich der weltweit größte Emittent, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. Der Anteil der USA am globalen CO2-Ausstoß beträgt rund 37 Prozent!
Prof. Peter Fabian vom Lehrstuhl für Emissionsforschung an der TU München:

Bei der Klimaproblematik sehe ich das genauso: Wir brauchen noch viele Stürme und Dürren - vor allem in Amerika - damit allen Beteiligten klar wird: hier muss was geschehen.

Die Anzahl der extremen Regengüsse hat sich in den letzten 120 Jahren verdoppelt, und das, obwohl die globale Temperatur während dieser Zeit um nur knapp ein Grad angestiegen ist. Und durch dieses eine Grad wandelt sich das Klima. Es reicht aus, um den Kreislauf von Verdunstung und Niederschlag gehörig anzukurbeln. Wärmere Luft nimmt mehr Wasser auf als kalte - wärmere Luft lässt auch mehr Eis schmelzen als kalte. Insgesamt ist mehr Wasser im System als noch vor rund 150 Jahren - bevor die Industrialisierung die Erderwärmung beschleunigte. Wolkenbrüche, Hochwasser und Überschwemmungen nehmen dramatisch zu. Nach Angaben der weltgrößten Rückversicherung - der Münchener Rück - ist der weltweite Klimawandel für eine erhöhte Zahl von Naturkatastrophen verantwortlich. Diese Katastrophen treffen natürlich auch die Länder, die nicht für den Klimawandel verantwortlich sind: die Entwicklungsländer. Nur dass sie mit den Folgen der Dürre bzw. Überschwemmung finanziell vollkommen überfordert sind.

Die Bestätigung von Georg W. Bush im Amt ist auch eine Verlängerung der amerikanischen Klimapolitik. Und die Argumente bleiben die selben - heute wie vor fünf Jahren. Glen Kelly ist Sprecher der amerikanischen Globale Climate Coalition und somit Lobbyist der Öl-Energie- und Autoindustrie:

Unsere Wirtschaftsanalysten schätzen, dass das Kyoto-Protokoll unserer Wirtschaft erheblichen Schaden zufügen würde. Nach Regierungsanalysen werden wir zwei bis drei Prozent unsers Bruttosozialprodukts einbüßen, in Folge würden wir 2,5 Millionen Jobs verlieren, wenn das Protokoll in Kraft treten würde.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin hielt schon damals dagegen:

Ich kann die Zahlen für die USA nicht überprüfen, ich kann aber überprüfen, was ein sehr konservatives Institut für Deutschland ausgerechnet hat, was die Umsetzung der Klimaziele unter dem Aspekt Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze für Deutschland bedeutet. Das Ergebnis war: wenn wir die Klimaschutzziele erreichen, werden wir einen Nettozuwachs bis 2020 von 2500 neuen Jobs in Deutschland haben.

Aus den Industrieländern kommen ungefähr drei Viertel der Treibhausgase - im Unverhältnis dazu leben in den reichen Ländern aber nur 25 Prozent der Weltbevölkerung. Afrika beispielsweise trägt nur rund vier Prozent zum globalen Kohlendioxid-Ausstoß bei, auf dem Kontinent leben allerdings rund 15 Prozent der Weltbevölkerung. In diesem Zusammenhang erscheint das Verhalten einer reichen Industrienation wie Amerika besonders rücksichtslos. Die Brüsseler Umweltkommissarin Margot Wallström zu der Absage der USA im Jahr 2001:

Wir können nicht akzeptieren, dass eine einzige Nation - in diesem Fall die USA - die ganze Welt zur Geisel nimmt. Es kann nicht sein, dass der Staat mit einer Erklärung einen achtjährigen politischen Vorgang für tot erklärt. Wir werden weiter dafür kämpfen, die USA an Bord zu behalten, denn das Kyoto-Protokoll braucht ihre Beteiligung für den Klimaschutz.

Selbst das Pentagon schlug sich im letzten Jahr auf die Seite der Klimaschützer und sorgte mit einer Studie über den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Sicherheitsrisiken für viel Aufsehen. Das Verteidigungsministerium sagte apokalyptische Schreckensszenarien für Europa und auch Amerika voraus. Die Ergebnisse der Studie sind weniger überraschend als die Tatsache, dass die Auswirkung des Klimawandels vom Pentagon bekannt gegeben wurden. Genützt hat es allerdings nichts.
An der ersten Phase des Kyoto-Protokolls wird der größte Klimasünder nicht teilnehmen. Aber die Chance erhöht sich in der zweiten Phase, wenn Georg W. Bush nicht mehr Präsident ist. Hermann Ott:

Für die nächste Phase ab 2013 gilt die Verschärfung für die Industriestaaten. Hier gibt es Überlegungen, dass die Industriestaaten 20 Prozent ihrer Emissionen verringern im Verhältnis zu 1990, die EU müsste dann 30 Prozent übernehmen und Deutschland 40 Prozent. Das ist der Vorschlag der Bundesregierung: Wenn die EU 30 Prozent schafft, machen wir 40 Prozent. ...Das ist das eine, dann müssten natürlich die USA mit rein ins Boot ...eine sehr schwierige Angelegenheit. In Buenos Aires ist klar geworden, dass die jetzige Regierung auf gar keinen Fall mitmacht und auch Diskussionen ablehnt.

Auch wenn Kyoto jetzt mit Russlands Ratifizierung endlich in Kraft tritt, warnen Wissenschaftler vor zu viel Euphorie. Prof. Peter Fabian, Bioklimatologe von den TU München:

Das Kyoto-Protokoll ist wichtig! Es ist die erste internationale Vereinbarung zur Reduzierung der Klimagase. Es ist aber in der Wirkung vernachlässigbar. Das heißt: nach dem jahrelangen Gerangel um die Beitrittskandidaten muss jetzt das Protokoll überarbeitet bzw. weitergedreht werden: aus Kyoto 1 muss Kyoto 2 werden. Denn erstens reichen die bereits 1992 festgelegten Werte bei weitem nicht aus, um den Klimawandel abzubremsen - und zum anderen müssen ökonomisch aufstrebende Entwicklungsländer wie China und Indien dringend mit einbezogen werden.

Vor circa zehn Jahren dachte man darüber noch anders. Prof. Hartmut Grassel, Direktor des UN-Weltklimaprogramms:

Denn wir sind die stärksten Verschmutzer gewesen - die Industrienationen. Und bei den Vereinten Nationen gilt die Pro-Kopf-Emission und nicht die Gesamtmenge, die aus einem Land kommt. Und wenn man die in China mit uns vergleicht, dann trennen uns Welten. Und deswegen ist es aus Sicht der Entwicklungsländer eine Unverschämtheit, dass man sie jetzt schon mit der Minderung der Emissionen belästigt, wo wir noch nicht mal gezeigt haben, dass alle Industrienationen gemittelt kräftig reduzieren können.

Seitdem sind fast zehn Jahre vergangen, und die wirtschaftliche Entwicklung in einigen Schwellenländern ist ebenso rasant wie der Anstieg ihrer Emissionswerte. Chinas Energieheißhunger beispielsweise ist so groß, dass das Land ihn oft nicht stillen kann. Die Bänder stehen still, weil das Stromnetz überfordert zusammenbricht. Verstromt wird in hohem Maße auch noch die schwefelhaltige Steinkohle, klimatechnisch ist das eine Katastrophe. Hermann Ott:

China und Indien sind in einer unterschiedlichen Liga. Chinas Pro-Kopf-Ausstoß ist viel größer als der Indiens. Das bedeutet, dass China Verpflichtungen übernehmen müsste und könnte, während das für Indien politisch noch nicht möglich wäre.

Einige Länder wie Katar oder Singapur haben jetzt schon einen CO2-Ausstoß, der größer ist als der vieler europäischer Staaten. Damit das Kyoto-Protokoll auf Dauer nicht nur eine fromme Absichtserklärung bleibt, müssen nicht nur die alten Industrienationen kräftiger an einem Strang ziehen. Auch die Entwicklungs- und Schwellenländer müssen in die Pflicht genommen werden, möglichst ohne ihre wirtschaftliche Entwicklung zu bremsen.

Es kommt im Moment zu einer Umwertung, selbst wenn es nur noch Industriestaaten gäbe, dann müssten wir trotzdem was tun, wir würden immer noch zuviel CO2 in die Atmosphäre blasen. Aber auch umgekehrt, selbst wenn alle Industrieländer verschwinden würden, es gäbe nur noch Entwicklungsländer, müssten die trotzdem etwas tun, weil sie inzwischen ungefähr die Hälfte aller Emissionen auf sich vereinigen. Und das ist eine Erkenntnis, die sich auch in den Entwicklungsländern nur sehr langsam durchsetzt. So wie bei einem heranwachsendem Bär, der sich seiner Kräfte nicht bewusst ist. Sie sehen sich als arm, aber einige spielen in einer Liga, in der Industriestaaten spielen.

Für die Entwicklungsländer, deren ökonomische und industrielle Entwicklung nicht so rasant verläuft wie die Chinas, bleiben die Auswirkungen der globalen Erwärmung nach wie vor eine große Bedrohung. Carsten Agert vom Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme:

In Entwicklungsländern haben wir eine geringere Kapazität zur Anpassung an den Klimawandel, wenn der Meeresspiegel steigt, wird Deutschland seine Deiche erhöhen und das auch locker bezahlen können. Bangladesch kann das nicht!

Bisher hat das Klimaprotokoll den Klimawandel nicht bremsen können, auch wenn sich viele europäische Staaten schon länger im Sinne von Kyoto um die Einsparung von CO2 bemüht haben. In seiner ersten Phase wird das Protokoll nur wenig bewirken, fürchten Experten. Von 2008 bis 2012 wird der Ausstoß voraussichtlich nur in den Industriestaaten zurückgehen, und das auch nur in sehr geringen Mengen. Und der größte Klima-Sünder - Amerika - macht weiter wie bisher - Australien auch. In der ersten Periode kann also mit keiner relevanten Veränderung gerechnet werden. Und in der zweiten Phase?

Meine Prognose ist, dass eine Einigung über die zweite Periode erst sehr spät stattfinden wird, wenn die Staaten sehen können, wie ihre Ergebnisse der ersten Periode aussahen und sie abschätzen können, wie leicht oder schwer ihnen die Einsparung fiel. Es wird wohl bis 2010-2011 verhandelt werden. Das liegt am Webfehler im System, dass die Verpflichtungen nicht weiterlaufen.

Das heißt: Theoretisch könnten die Industriestaaten nach 2012 ihre Emissionen wieder ungehemmt in die Atmosphäre blasen und sie würden nicht mal gegen das Völkerrecht verstoßen. Tatsächlich aber müssten die Industriestaaten bis zum Jahr 2020 ihre Emissionen mindestens um 20 Prozent drosseln, damit überhaupt ein ökologischer Effekt deutlich wird. Nach heutigem Stand sind einige gravierende Veränderungen ohnehin nicht mehr zu stoppen, auch direkt vor unserer Haustür:

Wir werden in Deutschland große Probleme mit der Trinkwasserversorgung bekommen. Die Schifffahrt z.B. auf dem Rhein wird zurückgehen. In Brandenburg besteht die Gefahr, dass es versteppt, dass z.B. der Spreewald versiegen wird.

....dann müssen die Gänse vielleicht doch wieder weiter fliegen, denn wenn die Flüsse in Deutschland versiegen, versiegt auch ihre Futterquelle. Vielleicht fliegen sie auch gar nicht mehr über Deutschland, weil es sie irritiert, dass in den Alpen Palmen wachsen und im Münsterland Papageienkolonien brüten.

....keiner weiß, wohin die Reise geht, klar ist: die Wüsten werden sich ausbreiten, viele Küsten werden im Meer versinken und nur die Arten und Individuen, die flexibel auf den extrem schnellen Klimawandel reagieren, werden überleben.

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