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Startseite4. Sportkonferenz am 1. Oktober 2014Der Weg des deutschen Spitzensports01.10.2014

Das künftige System?Der Weg des deutschen Spitzensports

Deutsche Spitzensportler haben ein Problem: Wie finanzieren sie sich während ihrer Karriere und wie bauen sie für die Zeit nach ihrer aktiven Laufbahn vor? In unserer vierten Diskussionsrunde diskutieren u.a. der ehemalige Box-Weltmeister Henry Maske und die Vorsitzende des Sportausschusses Dagmar Freitag über die Zukunft der deutschen Sportförderung.

Von Arne Lichtenberg

Die Triathletin Annika Vössing, im Hintergrund ist Christoph Niessen vom Landessportbund NRW. (DLF / Jessica Sturmberg)
Die Triathletin Annika Vössing, im Hintergrund ist Christoph Niessen vom Landessportbund NRW. (DLF / Jessica Sturmberg)
Weiterführende Information

Live-Dokumentation - Die 4. Sportkonferenz im Deutschlandfunk
(Deutschlandfunk, 4. Sportkonferenz am 1. Oktober 2014, 01.10.2014)

Zweikampf der Systeme - Das Ruderduell DDR vs. BRD
(Deutschlandfunk, 4. Sportkonferenz am 1. Oktober 2014, 01.10.2014)

Zwei Ruderer im Kampf der Systeme
(Deutschlandfunk, 4. Sportkonferenz am 1. Oktober 2014, 01.10.2014)

Die schwierige Zusammenführung von Ost und West
(Deutschlandfunk, 4. Sportkonferenz am 1. Oktober 2014, 01.10.2014)

Das Sportsystem heute - Nebenjob Weltmeister
(Deutschlandfunk, 4. Sportkonferenz am 1. Oktober 2014, 01.10.2014)

Transformationsprozess 1989/90 - Zusammenführung der Systeme
(Deutschlandfunk, 4. Sportkonferenz am 1. Oktober 2014, 01.10.2014)

In der Abschlussdiskussion der DLF-Sportkonferenz schilderte die Triathletin Annika Vössing, wie sie mühsam versucht, ihren Trainingsalltag mit ihrem Medizinstudium zu verbinden. Was den ehemaligen Box-Weltmeister Henry Maske zu der Aussage nötigte: "Wie kann es sein, dass man Spitzensport betreibt, aber manchmal nicht trainiert?"

Maske beschrieb dabei eindrücklich, wie er in seiner Schulzeit an einer DDR-Sportschule gefordert worden sei. So habe er für sein Abitur drei Jahre Zeit gehabt und während seines Studiums kam ein Lektor zu ihm in die Sportschule.

Auf sich alleine gestellt

Zustände, von denen die Triathletin Vössning nur träumen kann. Aktuell sei sie durch eine Verletzung aus dem Kader geflogen und habe so ihre Förderung verloren. "Es ist wichtig, dass man Förderung auch in schlechten Zeiten erhält und nicht nur in guten." Sie hatte eigentlich vor, bald ihr Physikum in Medizin zu machen, aber sie werde sehen, ob sie nicht doch dem Sport den Vorrang geben würde. Ein Fernziel sei für sie eine Olympia-Teilnahme 2020. Dass sie dabei aber in Zukunft in den Genuss großer Fördermöglichkeiten kommen werden, glaubt sie nicht. "Ich habe es alleine angefangen und ich werde es wahrscheinlich auch alleine durchziehen."

Das Dilemma in Deutschland sei die Fixierung auf die Medaillen, was viele auf dem Podium bemängelten. "Der Zuschauer ist verwöhnt, er will Sieger", sagte Maske. Was den Moderator Moritz Küpper zur Aussage an Dagmar Freitag ermutigte: "Ich vermisse die Fotos von Politikern, die sich mit dem Vierten, Fünften oder Sechsten fotografieren lassen." Die Vorsitzende des Bundestagssportsausschuss konterte: "Von mir gibt es keine Selfies aus der Kabine."

Geld ist keine Garantie

Maske der auch Gesellschafter der neuen "Deutschen Sportlotterie" ist, die Athleten nach dem Vorbild von Großbrittanien fördern soll, gab in der Diskussion einen kleinen Einblick in das neue Förderkonzept. "Der Athlet bekommt 1000 Euro pro Monat, plus 200 Euro Versicherung." Gefördert werden sollen hundert Sportler, die Kadermitglieder sind.

Christoph Niessen, der Vorstandsvorsitzenden des Landessportbundes NRW begrüßte das neue Konzept: "Jede Idee, die zusätzliches Geld in dieses System bringt, ist gut." Maske merkte aber auch an, dass Geld keine Garantie ist, in die Weltspitze vorzustoßen. "Aber es ist die Grundvoraussetzung es zu schaffen." Niessen brachte aber auch die Idee ins Spiel, sich in Deutschland "auf einzelne Sportarten zu reduzieren."

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