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StartseiteVerbrauchertippCyberversicherungen können im Ernstfall helfen08.08.2019

Datenmissbrauch Cyberversicherungen können im Ernstfall helfen

Virenschäden, Datenmissbrauch, Datenverlust: Viele dieser Schäden sind häufig über die private Haftpflicht-, Rechtsschutz- oder Hausratsversicherung abgedeckt. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann zusätzlich eine Cyberversicherung abschließen. Aber auch hier gilt: Angebote vergleichen lohnt sich.

Von Michael Voregger

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Zwei Laptops stehen sich gegenüber. Hände tippen darauf. (picture alliance / dpa - Aliisa Piirla)
Es gibt zahlreiche Policen mit unterschiedlichen Namen, die Unterstützung bei Datenverlust oder Online-Betrug anbieten (picture alliance / dpa - Aliisa Piirla)
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Das Internet bietet unzählige Möglichkeiten, aber auch gefährliche Anwendungen sind oft nur einen Mausklick entfernt. Virenschäden, Datenmissbrauch, Online-Betrug oder Mobbing gehören ebenfalls zum digitalen Alltag. Versicherungsgesellschaften bieten inzwischen Verträge an, die davor schützen sollen. Die tragen dann Namen wie Cyberschutz-, Data-Risk-, Datenschutz-, Hacker- oder Datenträgerversicherung.

Cyberpolicen bekommt man schon ab 40 Euro Jahresbeitrag - und das kann auf mehrere Hundert Euro hochgehen.

Viele Nutzer des Internets erhalten auch schon mal Post von Abmahnanwälten, wegen vermeintlicher Verletzungen des Urheberrechts. Benjamin Zundel ist Rechtsanwalt:

"Weil sie Filme oder Musik in Tauschbörsen getauscht haben. Das geht heute recht einfach, indem man auf bestimmte Internetseiten geht. Da ist der Anschlussinhaber recht einfach zu ermitteln und der bekommt eine Abmahnung, wo er Schadensersatz und Rechtsanwaltskosten bezahlen soll.

Das hängt so ein bisschen vom Werk ab, was da abgemahnt wird. Das können 1.000 bis 2.000 Euro sein, die da verlangt werden. In Ausnahmefällen können das auch deutlich höhere Beträge sein."

Cyberversicherungen helfen, gehen  Rufschädigung vorzugehen

In solchen Fällen helfen die Versicherungen mit einer Rechtsberatung durch einen Anwalt. Bleiben am Ende Abmahnkosten, dann muss man die selbst tragen. Die meisten Cyberversicherungen bieten Unterstützung bei Cybermobbing und Rufschädigung. Dazu gehören direkte Hilfeleistungen. Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen:

"Da ist das bei den Versicherungen zu finden, das Assistance-Leistungen angeboten werden. Im Grunde wissen die Leute gar nicht so genau, wo setze ich da an. Wenn ich dagegen vorgehen will, muss ich da zum Anwalt, oder gibt es Beratungsstellen? Welche Möglichkeiten habe ich da? Über die Assistance-Leistungen erhalten Sie Hilfe zur Hilfe. Das heißt, dass man Ihnen darüber zeigen kann, wie Sie dagegen vorgehen können."

Unterstützung nach Virenangriffen

Insbesondere erfolgt eine Fallanalyse, Löschung problematischer Einträge und Hilfe durch Rechtsanwälte und Psychologen.

Nach einem Virenangriff ist in vielen Verträgen ein finanzieller Zuschuss für Datenrettung und Schutz beim unrechtmäßigen Onlineshopping versichert. Cyberversicherungen kommen auch für die Kosten auf, die mit der vollständigen EDV-Wiederherstellung anfallen.

"Das Angebot ist sehr unterschiedlich. Als Privatmann ist es häufig so, dass es sich gar nicht rechnet. Man muss, wenn man eine Cyberversicherung hat, für Virenschutz und Firewall sorgen. So dass die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert, sehr gering ist.

Teilweise ist der Versicherungsschutz so geregelt, dass es über private Haftpflichtversicherung, Rechtsschutzversicherungen und Hausratversicherungen durchaus Versicherungsschutz gibt."

Versicherungsschäden nur bis zu einer bestimmten Grenze abgedeckt

Über die meisten großen Versicherer ist ein solcher Schutz privater Risiken zu erhalten. Hier ist zu beachten, dass Vermögensschäden oft nur bis zu einer bestimmten Grenze von beispielsweise 10.000 Euro versichert sind.

Bei der Datenrettung ist in der Regel nur ein Betrag von 1.000 Euro abgedeckt. Es ist sehr schwer, die einzelnen Leistungen zu bewerten. Nicht nur weil die Policen ganz unterschiedliche Namen haben, sondern die Leistungen stark voneinander abweichen.

Angebote vergleichen

Die Angebote für den privaten Bereich sind noch nicht so zahlreich. Wer einen Vertrag abschließen will, sollte mehre Angebote einholen und den Inhalt vergleichen. Auch eine Beratung in einer Verbraucherzentrale kann hier weiterhelfen.

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