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Datenprojekte zum BundestagWer ist in der Volksvertretung eigentlich vertreten?

Das Plenum des Bundestags. Am Pult spricht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn über den Etat für sein Ressort. (dpa-Bildfunk / Michael Kappeler)
Frauen sind im Bundestag stark unterrepräsentiert - aber nicht nur sie. (dpa-Bildfunk / Michael Kappeler)

Im Deutschen Bundestag sind Frauen bekanntlich unterrepräsentiert. Aber wussten Sie auch, dass seit 1949 auf die zehn häufigsten Vornamen von Männern so viele Abgeordnete kamen wie auf alle Parlamentarierinnen zusammen?

Dies ist nur eine Auffälligkeit in der Zusammensetzung des Bundestages, auf die zwei Datenanalysen aufmerksam machen. Der Vornamen hat sich das Datenjournalismus-Projekt "einfacher Dienst" in dem Projekt "Namen an der Tür – Wer sitzt im Bundestag?" angenommen. Die Auswertung der Vornamen der Abgeordneten bietet einen Blick auf den gesellschaftlichen Wandel. Heinrich, Hans und Hermann – das waren die "Top 3" der ersten Wahlperiode. Unter die ersten zehn des heutigen Parlamentes schafft es von ihnen keiner mehr.  Und einen Adolf, der in der ersten Legislaturperiode noch fünfmal vorkam, sucht man seit 2002 im Parlament vergebens.

"Maria" kommt auf Platz 62

In der Rangliste der häufigsten Vornamen im "ewigen Bundestag" wird plastisch, wie unterrepräsentiert Frauen sind: Maria, der häufigste Frauenvorname, kommt mit 49 Einträgen auf Platz 62. Und, es wurde schon angedeutet, mit den zehn häufigsten männlichen Vornamen - Walter, Josef, Heinrich, Franz, Klaus, Hermann, Wolfgang, Karl, Peter und Hans – finden sich in etwa so viele Parlamentarier seit 1949, wie es weibliche Abgeordnete überhaupt gab.

Blickt man auf die Ministerämter - auch das hat "einfacher Dienst" getan - fällt der Unterschied genau so klar aus, und zwar nicht nur quantitativ: Ja, immer mehr Frauen übernehmen auf Bundes– und Landesebene Ministerposten, manche Kernressorts sind ihnen aber bisher verwehrt. Eine Außenministerin gab es noch nie, und kein Land hat eine Innenministerin. 

Muslime, Alleinstehende und Dorfebewohner - allesamt unterrepräsentiert

Vor kurzem hat auch die "Süddeutsche Zeitung" ein interessantes Datenprojekt zum Bundestag veröffentlicht. Hier wurde die Zusammensetzung des Parlaments unter verschiedenen Gesichtspunkten mit der der Gesamtbevölkerung verglichen. Ergebnis: gemessen an der Normalität im Land sind Muslime stark unterrepräsentiert, so wie Alleinstehende oder Menschen mit Behinderung. Auch Menschen, die auf dem Dorf wohnen oder die Schule mit dem Hauptschulabschluss verlassen haben, kommen im echten Leben sehr häufig vor - in der Volksvertretung findet man sie kaum.

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