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StartseiteVerbrauchertippRechte gegenüber Schufa und Co.15.01.2019

DatenschutzRechte gegenüber Schufa und Co.

Schufa, Infoscore, Arvato oder Bürgel: Auskunfteien speichern Nutzerdaten von Telefonverträgen, Kreditkarten oder Girokonten. Sind sie falsch oder veraltet, können Verbraucher sie sperren oder löschen lassen - daher ist es wichtig, sie einmal im Jahr über eine Selbstauskunft zu kontrollieren.

Von Annette Eversberg

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Antragsformular der Schufa (imago / Schöning)
In Streitfällen mit Auskunfteien helfen die zuständigen Datenschutzbehörden (imago / Schöning)
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Bei der Übertragung von Daten kann es zu Fehlern kommen. Doch wenn falsche Daten in einer Auskunftei gespeichert sind, kann das bedeuten: Ein dringend benötigter Kredit oder ein Telefonvertrag wird nicht bewilligt. 

Deshalb sollte man schnell handeln und sich an die Auskunftei wenden, bei der die falschen Daten gespeichert sind. Thomas Bürck, Datenschutzbeauftragter der Auskunftei Infoscore Consumer Data GmbH in Baden-Baden: 

"Falsche Daten, natürlich, klar, hat jede betroffene Person einen entsprechenden Anspruch, dass falsche Daten gelöscht werden." 

Denn seitens des Verbrauchers besteht immer ein Anspruch auf Richtigkeit. Nils Schröder, Sprecher der Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit Nordrhein-Westfalen:

"Im Datenschutz ist es eigentlich so, dass der, der Daten speichert, selbst auch nachweisen muss, dass die richtig sind, so dass man da als Betroffener in der Regel nicht auf ein Problem stößt, wenn man etwas gelöscht haben möchte oder berichtigt haben möchte, was falsch ist."

Woher die falschen Daten kommen

Die Beweislast, dass die Daten richtig sind, liegt also - so Thomas Bürck - bei den Auskunfteien.
Die Frage ist dann aber trotzdem: Woher kommen die falschen Daten überhaupt? Tatsächlich werden regelmäßig Daten mit oder ohne Einwilligung des Verbrauchers beispielsweise von Banken, Versicherungen oder Telefongesellschaften an die Auskunfteien gemeldet.

Dabei können durchaus Fehler passieren. Sowohl bei der Bearbeitung der Daten durch die Auskunftei, oder durch die Telefongesellschaft oder Bank, die die Daten gemeldet hat. Deshalb rät der Datenschutz-Sprecher:

"Dann empfiehlt es sich auch gegenüber diesem Unternehmen eine Korrektur zu verlangen. Dazu müsste man von der Auskunftei die Informationen bekommen, die kann man erfragen, von welchem Unternehmen denn die falsche Information kommt. Und man kann sich an das Unternehmen wenden, damit nicht noch einmal diese falsche Information gemeldet wird." 

Im Zweifel: Daten sperren lassen

Kann man sich mit der Auskunftei nicht sofort einigen, dass Daten falsch sind, dann haben Schufa und Co. die Pflicht, diese Daten zu sperren. Das heißt: Sie dürfen vorerst nicht mehr verwendet werden. 

Das gleiche gilt für Daten, die zwar nicht falsch, aber veraltet sind. Beispielsweise dürfen Daten über eine Privatinsolvenz nicht unbegrenzt gespeichert werden, sondern müssen nach Ablauf einer Frist von drei Jahren nach dem Abschluss des Insolvenzverfahrens wieder gelöscht werden, erklärt Thomas Bürck von Infoscore Consumer Data. 

"Also beispielsweise wir haben über eine betroffene Person gespeichert, dass ihm vor zwei Jahren, die Restschuldbefreiung erteilt wurde, dann sagen wir der betroffenen Person, dies wird für insgesamt drei Jahre gespeichert." 

In Streitfällen helfen Datenschutzbehörden

Das bestätigt auch die nordrhein-westfälische Datenschutzbeauftragte. Denn der Verband der Wirtschaftsauskunftsdateien hat sich mit den Datenschützern auf diese und andere Fristen geeinigt. Eine solche Einigung war nötig, weil die neue Datenschutz-Grundverordnung zu den Fristen für eine Löschung von Daten keine genauen Vorgaben macht. 

"Sondern da geht es immer darum, Interessen gegeneinander abzuwägen, also sofort löschen ist meistens nicht möglich."

Sagt Nils Schröder. In bestimmten Fällen kann die Löschung alter Daten - so Thomas Bürck - aber auch schneller erfolgen.

In Streitfällen helfen hier wieder die zuständigen Datenschutzbehörden. Grundsätzlich werden alte Daten nach drei Jahren gelöscht - oder auch sofort, wenn der Verbraucher belegen kann, dass kein Grund mehr für die Speicherung besteht. Beides ist für den Verbraucher kostenlos. 

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