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StartseiteVerbrauchertippVorsicht bei Gewinnspielen im Netz15.03.2019

DatenschutzVorsicht bei Gewinnspielen im Netz

Wer regelmäßig an Online-Gewinnspielen teilnimmt, hat sogar gute Chancen auf Preise wie Smartphones, Kaffeemaschinen oder Reisen. Verbraucherschützer raten allerdings dazu, sich die Webseiten genau anzuschauen, denn oft wollen Betrüger an die Daten der Nutzer ran.

Von Stefan Römermann

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Hände tippen auf der Tastatur eines Laptops (picture-alliance / dpa / Dominic Lipinski / PA Wire)
Unseriöse Online-Gewinnspiele werden häufig über Werbebanner verteilt (picture-alliance / dpa / Dominic Lipinski / PA Wire)
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Für Tom sind Internet-Gewinnspiele eine Art Hobby geworden. Regelmäßig klickt sich der Historiker aus Leipzig dafür durch ein Internet-Portal. Jede Woche werden dort Links zu rund 100 kostenlosen Gewinnspielen zusammenstellt, erzählt Tom.

"Also so 100 Spiele pro Woche. Da braucht man zwei bis drei Stunden, sich da einzutragen. Ich schaffe es nicht immer jede Woche. Ich habe auch beruflich ganz schön viel zu tun. Aber wenn ich mal sitze, dann trage ich mich ein."

Wenn er Glück hat, kommen dann ein paar Wochen später die Gewinne an. Vergleichsweise häufig klappt das bei Produktpaketen, wenn Hersteller zu Werbezwecken hunderte oder gar tausende Pakete mit ihren eigenen Produkten verlosen. Aber auch größere Preise hat Tom schon gewonnen: Warengutscheine, einen Sitzsack fürs Wohnzimmer. Und dann natürlich sein ganzer Stolz: ein großer Flachbildfernseher im Wert von rund 1.000 Euro.

"Man hätte sich den natürlich auch selber kaufen können. Aber dann wäre es nicht dieses Geschenk. Und jeden Tag sitze ich an diesem Fernseher und freue mich darüber, dass ich den gewonnen hab."

Webseiten auf Seriosität prüfen

Digital-Expertin Stefanie Siegert von der Verbraucherzentrale Sachsen rät bei Internet-Gewinnspielen allerdings zur Aufmerksamkeit – selbst wenn diese scheinbar von bekannten Firmen stammen. Denn manche Internet-Betrüger fälschen auch Webseiten um möglichst seriös zu wirken.

"Ich kann mir das Logo eines Anbieters nehmen und einfach auf eine Seite drauf machen und so tun, als wäre ich der Anbieter. Ich würde da an der Stelle vielleicht noch mal extern gucken: Gibt es da jetzt wirklich ein Preisausschreiben? Im Zweifel auch mal dort anrufen: Gibt es da wirklich gerade die Aktion bei Ihnen? Dann würde ich da mal mitmachen!"

Unseriöse Gewinnspiele werden häufig über Werbebanner verteilt – oder über Einträge auf Sozialen Netzwerken wie Facebook, die oft auch von Freunden geteilt werden, erklärt Andre Wolf vom Internet-Aufklärungsverein Mimikama.

"Also man soll möglichst ein Like daruntersetzten, man soll dieses Fake-Gewinnspiel teilen und nach Möglichkeit auch noch kommentieren. Warum diese ganzen Sachen? Ganz einfach, weil Facebook dann denkt, dass diese Einträge, dass diese Gewinnspiele relevant wären. Und blendet dann dementsprechend auch anderen Leuten diese Gewinnspiele ein."

Datenhändler zahlen Provisionen für Adressen

Wer dabei mitmacht, dem wird oft schnell als angeblichem Gewinner gratuliert. Man müsse jetzt nur noch schnell seine Daten auf einer weiteren Webseite eintragen – heißt es dann. Tatsächlich versuchen die Hintermänner dann aber oft, die Nutzer auf weitere Webseiten zu locken - beispielsweise von Datenhändlern. Von denen bekommen sie dann Provisionen.

Seriöse Firmen halten sich bei Gewinnspielen dagegen im Normalfall an die geltenden Datenschutzgesetze. Sie dürfen die Adressdaten aus Gewinnspielen deshalb nicht einfach dauerhaft speichern und für Werbung nutzen. Dafür ist immer eine explizite Einwilligung erforderlich. Und im Großen und Ganzen scheint das zu klappen. Bei Gewinnspiel-Fan Tom quillt der Briefkasten jedenfalls auch nach der Teilnahme an tausenden Gewinnspielen nicht über, sagt er.

"Mir hat noch nie jemand zu meinem Geburtstag gratuliert von diesen Firmen, was ja für eine falsche Nutzung ein Anhaltspunkt wäre. Und es hat mich auch niemand angerufen um mit mir ein persönliches Werbegespräch zu führen."

Und falls einzelne Firmen doch gegen die Datenschutz-Vorschriften verstoßen, können Verbraucher solche Fälle an die jeweils zuständigen Datenschutzbehörden melden. Die können im Zweifelsfall empfindliche Geldstrafen verhängen – und die Löschung der Daten veranlassen.

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