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DatensicherungKeine "digitale Unsterblichkeit"

(zettberlin | Photocase.de Cyberhoarding)
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Bei einer Tagung in Mannheim hat der Leiter des dortigen Stadtarchivs, Harald Stockert, vor dem Vertrauen in eine "digitale Unsterblichkeit" gewarnt.

"Die ersten Daten sind bereits weg", sagte er unter Verweis auf die NASA-Missionen in den 1970er Jahren. Diese seien auf Magnetbändern aufgezeichnet worden und bereits Mitte der 1980er Jahre nicht mehr lesbar gewesen. "Das kommt auf alle Archive zu", mahnte der Experte.

In wenigen Jahrzehnten seien Daten womöglich nicht mehr lesbar, weil sich die Software zum Ablesen beziehungsweise das Speichermedium geändert habe. Papier müsse man nur einmal richtig ablegen, Datenträger dagegen fortwährend austauschen.

Immerhin biete die moderne Technik aber auch die Möglichkeit, Zeitzeugen "ewig" weiter leben zu lassen. So habe eine Universität in den USA Holocaust-Überlebende dreidimensional gefilmt und befragt. Später könnten diese Zeitzeugen in einen Raum projiziert werden.

Bei der Tagung in Mannheim ging es um verschiedene Aspekte von Unsterblichkeit. Unter den Teilnehmern waren Wissenschaftler aus den Bereichen Kunstgeschichte, Informatik, Wirtschaftswissenschaft, Altersforschung, Religion und Sportgeschichte.