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StartseiteCampus & KarriereTheater spielen, "macht einfach Spaß"29.10.2019

David Meyer, SchauspielerTheater spielen, "macht einfach Spaß"

David Meyer arbeitet seit zwei Jahren als Schauspieler am Theater. Der 31-Jährige genießt seine Arbeit, von der Probe bis zur Premiere. Doch das Gehalt ist knapp und der Arbeitsmarkt trotzdem hart umkämpft.

Von Stephanie Kowalewski

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Portrait von David Meyer (privat)
Der Arbeitsmarkt für Schauspieler ist hart umkämpft, das wusste David Meyer von Anfang an. Aber wie hart, das merkte er erst, als er selbst mitkämpfen musste. (privat)
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Was verdienen Sie?

"Ich verdiene zur Zeit bei einer vollen Stelle 2.075 Euro brutto. Das ist die Mindestgage. Als ich vor zwei Jahren angefangen habe, lag die noch bei 1.850 Euro. Da hab ich auf sehr schmalem Fuß leben müssen. Heute nur auf schmalem Fuß. Die Kollegen haben im Jahr davor sogar noch bei 1.650 Euro brutto angefangen. Wie die das geschafft haben, damit über die Runden zu kommen, ist mir persönlich ein Rätsel, denn die Miet- und Lebenshaltungskosten sind dazu hier in Baden-Württemberg noch ziemlich saftig."

Was war beim Berufseinstieg anders als erwartet?

"Mir wurde immer prognostiziert, dass es ein sehr hart umkämpfter Beruf ist. Aber wie hart umkämpft, das merkst du dann erst, wenn du selber auf dem Arbeitsmarkt landest. Also wenn du bei 30 oder 40 Bewerbungen mehr als ein Vorsprechen am Theater raus hast, dann kannst du schon ziemlich froh sein. Aber den Job hast du dann noch lange nicht in der Tasche."

Jemand geht eine Treppe hinauf und wirft Schatten (imago images / alimidi)In der Reihe „Karrierestart“ erzählen junge Menschen, wie sie den Start in den Beruf erlebt haben (imago images / alimidi)

Was an Ihrem Job macht Spaß?

"Um ehrlich zu sein: fast alles! Also von der ersten Auseinandersetzung mit dem Stoff, über das erste gemeinsame Lesen des Stückes mit den Kollegen, in den Probenprozess hinein, dann folgt die Premiere, der Kontakt zum Zuschauer, die Konfrontation mit dem Publikum, bis zur letzten Aufführung - es macht einfach Spaß."

Was an Ihrem Job nervt manchmal?

"Ganz klar würde ich sagen: die Rumfahrerei. Also ob mit dem Theater auf Gastspielen jetzt unterwegs zu sein oder auf dem Weg zu Castings oder Vorsprechen oder anderen Projekten – man ist einfach wahnsinnig viel unterwegs und verbringt unendlich viel Zeit in Bus, Bahn oder Mitfahrgelegenheit. Und das in einem Beruf, wo man sowieso sehr viel Zeit mit Warten verbringt, ob jetzt auf der Hinterbühne oder auf der Probe oder sonst wo." 

Wurden Sie für den Alltag im Job gut ausgebildet?

"Ich würde schon sagen, ja. Das ist zum Teil der guten Schauspielausbildung zu verdanken, zum anderen auch einem tollen Umfeld aus Dozenten und auch Freunden, die mit ihren ehrlichen Meinungen und Erfahrungen mir sehr viel mit auf den Weg gegeben haben."

Und sonst so?

"Ich freue mich im Hinblick auf die Zukunft auf meinen weiteren beruflichen Werdegang und wo mich die Schauspielerei noch so hinführt."

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