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StartseiteSternzeitDer Astronom auf der Raumstation08.02.2019

David Saint-JacquesDer Astronom auf der Raumstation

Seit Anfang Dezember gehört zur Besatzung der ISS der Kanadier David Saint-Jacques, ein Doktor der Astrophysik. Er entwickelte Hightech-Verfahren, mit denen man noch detailreicher ins All blicken kann.

Von Dirk Lorenzen

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Der Astronom David Saint-Jacques in der Cupola der ISS (Deutschlandfunk/CSA)
Blick auf die Erde und nicht ins All: Der Astronom David Saint-Jacques in der Cupola der ISS (Deutschlandfunk/CSA)

Seit Anfang Dezember gehört zur Besatzung der ISS der Kanadier David Saint-Jacques, ein Doktor der Astrophysik. Er war in den 1990er-Jahren an der Universität im englischen Cambridge tätig. Dort hat er an Systemen der adaptiven Optik und der Interferometrie gearbeitet. Beides sind Hightech-Verfahren, um noch detailreicher hinaus ins All zu blicken. Bei der adaptiven Optik korrigiert ein beweglicher Spiegel Hunderte Mal pro Sekunde die Luftunruhe der Erdatmosphäre.

Interferometrie nutzt gleich mehrere Teleskope

Für die Interferometrie blicken die Astronomen mit mehreren Teleskopen gleichzeitig auf dasselbe Objekt – und überlagern dann die empfangene Strahlung.  Damit sehen die Instrumente so scharf, als wären sie ein Teleskop, dessen Durchmesser dem Abstand der zusammengeschalteten Instrumente entspricht. David Saint-Jacques hat mit diesen Verfahren an Teleskopen in Cambridge, auf den Kanaren und auf Hawaii gearbeitet. Aus seiner Tätigkeit am Subaru-Teleskop auf der Pazifikinsel stammen auch etliche Fachartikel, etwa zur Beobachtung Brauner Zwerge und junger Sterne.

Von der ISS sind auch Himmelsobjekte zu sehen, etwa der Mond.  (NASA)Von der ISS sind auch Himmelsobjekte zu sehen, etwa der Mond. (NASA)

Blick ins All und auf die Erde

Später hat er noch eine medizinische Ausbildung absolviert und auch als Ingenieur gearbeitet. Seit 2009 gehört David Saint-Jacques zu Kanadas Astronautengruppe. Sein erster Einsatz auf der Raumstation dauert noch bis Mai. So lange kann er durch die kleinen Fenster nicht nur auf die Erde blicken, sondern auch ins All. Denn von der ISS aus steht die Sonne nicht an einem blauen Himmel, sondern vor den schwarzen und von Sternen nur so wimmelnden Tiefen des Kosmos.

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