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DDR-Bürgerrechtler Werner Schulz"Fall der Mauer war Selbstbefreiung"

Der frühere DDR-Bürgerrechtler Werner Schulz in Berlin am 6.10.2015 bei einer Pressekonferenz des Verlags Kiepenheuer und Witsch zu Michail Sygars Buch "Endspiel. Die Metamorphosen des Wladimir Putin"  (imago / Metodi Popow)
Werner Schulz gehört zu den prominenten DDR-Bürgerrechtlern. Er gründete das Neue Forum mit und saß nach dem Mauerfall mit am Zentralen runden Tisch der DDR. (imago / Metodi Popow)

Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler Werner Schulz hat den Fall der Mauer als Selbstbefreiung der Ostdeutschen bezeichnet.

Der Grünen-Politiker sagte im Deutschlandfunk, die friedliche Revolution sei eine Sternstunde der deutschen Geschichte. Die Menschen sollten daraus ein positives Selbstwertgefühl ziehen. Was man in den vergangenen 30 Jahren erreicht habe, sei enorm. Vor diesem Hintergrund sei das Jammern in Ost und West nur schwer zu ertragen. Nach Ansicht von Schulz ist beispielsweise das vor allem von Ostdeutschen bemühte Narrativ des Bürgers zweiter Klasse ein Hirngespinst, das von der SED-Nachfolgepartei PDS in die politische Diskussion eingebracht worden sei. Viele ehemalige DDR-Bürger hätten noch nicht begriffen, dass Demokratie bedeute, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Das mache sich die AfD in Ostdeutschland zunutze, die dort von der Vollendung der deutschen Einheit fasele und den Wähler in seinem angeblichen Benachteiligtsein bestätige. Was die PDS gesät habe, ernte jetzt die AfD, erklärte Schulz.