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Debatte über KassenleistungenKritik an Spahn-Plänen zum Fettabsaugen

Kanüle zur Fettabsaugung steckt unter der Haut, von einer Hand geahlten (dpa/picture alliance/Ales Kartal)
Fettabsaugen muss bisher selbst bezahlt werden - auch bei krankhaften Fettverteilungsstörungen (dpa/picture alliance/Ales Kartal)

Ein Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Spahn, das Absaugen von Körperfett bei bestimmten Krankheiten zur Kassenleistung zu machen, stößt auf Kritik.

Grund ist, dass der CDU-Politiker seinem Ministerium erlauben möchte, künftig per Verordnung eigene Entscheidungen über solche Kassenleistungen zu treffen. Ein entsprechender Antrag Spahns zu einem Gesetzentwurf wird derzeit im Bundestag beraten.

Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, Lauterbach, betonte, die Politik dürfe nicht nach Gusto bestimmen, was von den Krankenkassen bezahlt werde und was nicht. Das würde das Vertrauen der Versicherten in den medizinischen Nutzen von Kassenleistungen aushöhlen. Unions-Fraktionsvize Nüßlein von der CSU sagte, kosmetische Eingriffe düften nicht zu Lasten der Solidargemeinschaft gehen.

Kritik kam auch vom Gemeinsamen Bundesausschuss der Ärzte-, Krankenkassen- und Klinikvertreter, der eigentlich über die Freigaben entscheidet. Dessen Vorsitzender Hecken sprach von einem "Systembruch". Mit einer solchen Ermächtigung des Gesundheitsministeriums sei der Weg in die Beliebigkeit und Staatsmedizin programmiert.

Spahn hatte der FAZ gesagt, bis zu drei Millionen Frauen mit krankhaften Fettverteilungsstörungen litten darunter, dass die Krankenkassen ihre Therapie nicht bezahlten. Ihnen wolle man schnell und unbürokratisch helfen.