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StartseiteInterview"Das Infektionsgeschehen lässt keine Lockerungen zu"02.01.2021

Debatte über Lockdown-Verlängerung"Das Infektionsgeschehen lässt keine Lockerungen zu"

Die Infektionszahlen seien momentan noch viel zu hoch, sagte die niedersächsische Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) im Dlf. Gegebenenfalls müssten sogar Verschärfungen der Maßnahmen geprüft werden. Im Kampf gegen die Pandemie werde in diesem Jahr noch viel Geduld und Ausdauer nötig sein.

Carola Reimann im Gespräch mit Peter Sawicki

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Carola Reimann (SPD), Sozialministerin von Niedersachsen, spricht in der Landespressekonferenz im Landtag Niedersachsen.  (dpa / Julian Stratenschulte)
Carola Reimann (SPD), Sozialministerin von Niedersachsen (dpa / Julian Stratenschulte)
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Wegen der hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen werden unter Ärztevertretern, Wirtschaftsexperten und in der Politik Forderungen nach einer Verlängerung des Lockdowns laut. Die Zahlen in den Krankenhäusern sprechen eine sehr deutliche Sprache, sagte die niedersächsische Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) im Dlf. "Wir haben immer mehr Patienten, die wir behandeln müssen. Deshalb sehe ich für eine Veränderung keinen Anlass." Es werde wohl auf eine Verlängerung des Lockdowns hinauslaufen. Noch gebe es aber wegen der Feiertage keine belastbaren Infektionszahlen. Die müsse man in den nächsten Tagen im Blick behalten, "aber so wie es aussieht, ist kein anderes Vorgehen angezeigt".

Coronavirus (imago / Rob Engelaar / Hollandse Hoogte)Übersicht zum Thema Coronavirus (imago / Rob Engelaar / Hollandse Hoogte)

"Wir müssen sehen, wie sich das Infektionsgeschehen nach den Weihnachtsfeiertagen darstellt", sagte Reimann. Ein massiver Anstieg der Infektionszahlen sei zu befürchten. Dieser Anstieg werde sich dann auch in den klinischen Zahlen auswirken - und diesen gelte es zu vermeiden. Die Belastung in den Krankenhäusern sei schon jetzt immens und lasse sich nicht weiter steigern.

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"Ich setze darauf, dass in den kommenden Wochen auch noch neue Impfstoffe zugelassen werden", sagte Reimann. Das würde eine immense Erleichterung bringen, vor allem wenn es einen Impfstoff gebe, der bei Kühlschranktemperaturen gelagert werden könne. So könnten auch niedergelassene Ärzte mitimpfen. "Dann haben wir eine ganz andere Impfleistung, wenn denn die Produktionskapazitäten stehen."

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