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Demokratie-AktivistJoshua Wong: Massaker vom "Tiananmen" darf sich nicht in Hongkong wiederholen

Der Hongkonger Demokratie-Aktivist Joshua Wong steht nachts vor der Kuppel des Reichstagsgebäudes in Berlin. In der linken Hand hält er einen roten Regenschirm. (AP / Martin Schöller)
Der Hongkonger Demokratie-Aktivist Joshua Wong vor der Reichstagskuppel in Berlin (AP / Martin Schöller)

Der Hongkonger Demokratie-Aktivist Wong hat die Hoffnung geäußert, dass die Welt und auch Bundeskanzlerin Merkel die klare Botschaft an Peking schicken, dass es keine Lösung sei, Truppen nach Hongkong zu entsenden.

Eine politische Krise müsse durch politische Reformen gelöst werden, sagte Wong im Podcast des Journalisten Gabor Steingart. Es sei zwar richtig, dass die Bundeskanzlerin bei ihrem Treffen mit dem chinesischen Präsidenten ihre Besorgnis wegen der Ereignisse in Hongkong ausgedrückt habe. Dies reiche jedoch bei weitem nicht aus. Das Massaker vom Tiananmen-Platz in Peking vor drei Jahrzehnten dürfe sich in Hongkong nicht wiederholen.

Wong hatte bei einem Empfang nach seiner Ankunft in der Hauptstadt erklärt, im neuen Kalten Krieg sei Hongkong das neue Berlin.

Maas verteidigt Treffen mit Wong

Bundesaußenminister Maas verteidigte unterdessen sein Treffen mit dem Wong gegen Kritik aus China. Deutschlands Haltung zu Chinas Grundsatz "Ein Land, zwei Systeme" sei unverändert, sagte Maas in Berlin. Die deutsche Regierung unterstütze die Rechte, die Hongkong im Rahmen dieser Politik genieße. Dazu gehöre auch, dass Demonstranten ihre Meinung auf der Straße äußern dürften. Der Außenminister erklärte, er werde auch weiterhin Menschenrechtsanwälte und Aktivisten treffen.

Maas war Wong auf einer Veranstaltung in Berlin begegnet und hatte sich mit ihm fotografieren lassen. China bestellte deshalb den deutschen Botschafter in Peking ein. Wong sagte der Wochenzeitung "Die Zeit", er glaube nicht, dass sich Maas mit der kurzen Unterhaltung in Berlin in chinesische Angelegenheiten eingemischt habe.

Weiterreise nach New York

Am Abend hat Wong seinen Berlin-Besuch beendet und ist weiter nach New York gereist. Per Twitter bedankte er sich dafür, dass Politiker, Journalisten und andere Menschen in Deutschland den Protesten in Hongkong Beachtung schenkten.