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StartseiteCampus & KarriereAls Botschafter im Klassenzimmer02.02.2015

Der Astronaut Alexander GerstAls Botschafter im Klassenzimmer

Gleich zu Wochenbeginn ein Highlight für 500 Schüler aus Südhessen: Alexander Gerst ist zu Besuch, der Mann aus dem All. Viele Schüler kennen ihn schon gut aus der Zeit, als er regelmäßig Fotos aus dem All über Twitter gepostet hat. Nun sollen auch sie auf den Geschmack kommen.

Von Ludger Fittkau

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst winkt kurz vor seinem Abflug lachend in die Kamera. (picture-alliance / dpa / DB Nasa)
Der deutsche Astronaut Alexander Gerst war sechs Monate lang im Weltraum. (picture-alliance / dpa / DB Nasa)
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Im blauen Overall betritt Alexander Gerst die Turnhalle der Edith- Stein-Schule in Darmstadt. Er hat einen Vortrag mit vielen Fotos seiner Weltraum-Abenteuer auf der Internationalen Raumstation ISS mitgebracht. Bevor es losgeht, wollen viele der rund 500 Schüler in der Halle ein Gruppenfoto mit dem Astronauten. Alexander Gerst macht geduldig mit. Er genieße die Vorträge vor Schülern besonders, sagt er: "Weil, die haben noch das Leuchten in den Augen, das ich ganz oft sehe und das ich von mir kenne, als ich noch jünger war, und deswegen macht es besonders Spaß, zu Schulen zu kommen."

Viele der Schüler haben die Weitraumfahrt des Alexander Gerst über Twitter verfolgt. So wie Dennis Bacher aus dem Physik-Leistungskurs der Friedrich Ebertschule in Pfungstadt: "Er fliegt ja praktisch über alle Teile der Welt rüber, und wenn er dann bestimmte Bilder postet, zum Beispiel Südkorea oder Nordkorea bei Nacht, da sieht man ja schon den Unterschied."

"Also ich wollte mal Astronaut werden, deswegen finde ich es auch so ganz interessant. Ich bin Brillenträger, deswegen kann ich es jetzt nicht mehr machen, leider", sagt die Pfungstädter Schülerin Anil Römann. Dann ergreift Brigitte Zypries das Saalmikro. Die ehemalige Bundesjustizministerin ist in der jetzigen Berliner Regierung Koordinatorin für Luft- und Raumfahrt. Sie gibt zügig die Bühne frei für Alexander Gerst: "So, jetzt Herr Gerst, the stage ist yours."

Werbung für die "Mint-Fächer"

Alexander Gerst präsentiert Höhepunkte seiner halbjährigen Mission im Weltall. Vom Raketenstart mit starker Beschleunigung über die Laborarbeit an Bord der Raumstation bis zur Landung in Kasachstan. Brigitte Zypries weiß, dass der smarte Astronaut bei  den Schülern gut ankommt: "Es ist ja ein Bestreben der Bundesregierung, dass wir Werbung machen für die sogenannten Mint-Fächer. Und natürlich hoffe ich, das aus der Begeisterung für Alexander Gerst, über seine Mission im Weltall, auch so ein Funke rüber springt an junge Leute, die sagen: Hey – das, was der da gemacht hat, das möchte ich auch und dafür muss ich halt eines dieser Studienfächer absolvieren."

Beteiligt an der Veranstaltung ist auch die Europäische Raumfahrtagentur ESA, die  von Darmstadt aus aktiv ist und immer Jobs zu vergeben hat. Bernhard von Weyhe, der Darmstädter Pressesprecher der ESA: "Wir suchen bei der ESA und in der europäischen Raumfahrtbranche allgemein gezielt junge Mathematiker, Physiker, Luft-und Raumfahrtingenieure, aber auch Wirtschaftswissenschaftler, Juristen und andere Profile. Und ein Astronaut ist ein wunderbarer Botschaft für solche Themen."

Auch kritische Schüler

Dennoch trifft Alexander Gerst in Darmstadt  auch Schüler, die die Raumfahrt kritisch sehen. Lisa Milius gehört dazu: "Das ist ziemlich teuer und ob die ganzen Steuergelder überhaupt sinnvoll genutzt werden, wenn man dafür Millionen ausgibt und dann irgendwelche Leute ins All schießt."

Auch David Marx interessiert sich nicht so sehr für die Raumfahrt. Er will Luftfahrttechnik studieren, um normale Flugzeuge umweltfreundlicher zu machen: "Das Ziel ist ja als Ingenieur, gerade die Luftfahrt effizienter zu machen. Weil ja immer wieder – gerade heutzutage – der Treibstoffverbrauch oder Lärmemissionen Thema sind. Und da ist einfach als Ingenieur das Ziel, das einfach besser zu machen, effizienter zu machen."

Doch wenn er einen Job bei der ESA bekäme und die Chance hätte, Astronaut zu werden, würde auch David Marx zugreifen: "Die Chance lässt man sich nicht entgehen."

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