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StartseiteKalenderblattDer größte Bluesmusiker seiner Generation28.05.2010

Der größte Bluesmusiker seiner Generation

Vor 100 Jahren wurde der Gitarrist T-Bone Walker geboren

"T-Bone kam zu früh, er war seiner Zeit voraus", sagte der Komiker Bill Murray über den Gitarristen T-Bone Walker. Walker prägte maßgeblich den Einsatz der elektrischen Gitarre im Country Blues, deren Möglichkeiten der Texaner seit den 30er-Jahren erforschte.

Von Karl Lippegaus

T-Bon Walker brachte die E-Gitarre in den Blues. (AP)
T-Bon Walker brachte die E-Gitarre in den Blues. (AP)

T-Bone Walker war einer der ersten, die elektrische Gitarre spielten. Viele, die nach ihm kamen, hat er beeinflusst: nicht nur im Blues, sondern auch in Jazz und Rock. T-Bone war ein begnadeter Showman: Chuck Berry schaute seinen berühmten Entengang von ihm ab. Lange vor Jimi Hendrix war Walkers Spezialität, die Gitarre hinter dem Rücken zu spielen und dazu einen Spagat zu machen. Für B. B. King begann alles mit T-Bone Walker.

Aaron Thibaux Walker kam am 28. Mai 1910 in der Stadt Linden in Texas zur Welt und wuchs in Dallas auf. Aus seinem mittleren, französisch klingenden Namen Thibaux wurde T-Bone.

"Meine Leute spielten zu ihrem eigenen Vergnügen. Sonntags trafen sich alle bei uns zuhause, nahmen einen zur Brust, stimmten ihre Instrumente und legten los."


"Blind Lemon Jefferson war ein guter Freund meiner Familie. Ich war verrückt auf ihn. Er kam jeden Sonntag zu uns. Ich führte ihn die Central Avenue rauf und runter. Lemon hatte eine Tasse an seiner Gitarre, jeder kannte ihn und legte Geld rein.

Er sang von einem Kerl, der im Knast landete. Von einem Typen, dessen Frau erstochen wurde. Vom Hochwasser, einem Wirbelsturm oder einer Dürreperiode."

Mit 13 begann Bone, Gitarre zu spielen, mit 14 tanzte und sang er in "medicine shows" und zog mit ihnen herum, mit 16 konnte er stolz verkünden:

"Allein in Dallas verdiente ich genug, um davon leben zu können. Wir hatten eine Schulband, sechzehn Musiker und ich am Banjo, ich sang in ein Megafon."

Sie sagten ihm, er solle auf dem Tisch tanzen. Bone sprang auf den Tisch, stopfte sich das Tischtuch in den Mund und schüttelte dazu den Kopf wie ein Besessener.

"Als ich in Texas arbeitete, hob ich einen Tisch mit den Zähnen hoch."

"Bone versprühte Charme, ein Womanizer, unwiderstehlich war er, sein dünner Schnurrbart wie mit dem Bleistift gezogen. Er trug Anzug und Krawatte und hatte lange gepflegte Finger, wobei an der rechten Hand ein großer Brillantring funkelte."

1962 holte die Agentur Lippmann und Rau T-Bone Walker und andere Blues- und Folkstars nach Europa. In Großbritannien bestaunten ihn der junge Eric Clapton, John Mayall und die Rolling Stones.

"In Europa zu touren war eine Lektion für mich. Ich mag es, wie sie dort leben. Sie sehen in dir einen Künstler und behandeln dich auch so."

Elegant wie ein alter schwarzer Buick glitten seine Songs durch die amerikanische Radiolandschaft. T-Bone Walker sang für Gestrandete, für Leute, die nachts irgendwo müde in einer Bar in ihren Whisky starren. Er war sehr spendabel, immer umringt von Freaks, die erst nach Einbruch der Dunkelheit rauskommen und anderen Jobs nachgehen als brave Familienväter. Großzügig gab er sein Wissen an Jüngere weiter, die Hautfarbe spielte für ihn keine Rolle.

Während die weiße Allman Brothers Band mit seinem berühmtesten Song, dem "Stormy Monday Blues", Millionen scheffelte, erlebte T-Bone Walker, wie seine eigene Version vom Markt verschwand. Von den Tantiemen sah er zu seinen Lebzeiten nur einen Bruchteil. Das Leben machte ihm keine Geschenke und trotzdem blieb er bis an sein Ende zuversichtlich:

"Eine Katze wie ich hat 99 Leben."

Am 15. März 1975 starb T-Bone Walker nach einem Herzinfarkt. Eintausend Fans folgten seinem Sarg durch die Straßen von Los Angeles. Für sie war er der größte Bluesmusiker seiner Generation.

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