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StartseiteSternzeitDer große Mondschwindel25.09.2012

Der große Mondschwindel

In den kommenden Nächten ist der Mond das dominierende Objekt am Firmament. Er steht nach Einbruch der Dunkelheit hell strahlend am Südosthimmel.

Von Dirk Lorenzen

Der Mond ist staubig, trocken und unbewohnt  (NASA)
Der Mond ist staubig, trocken und unbewohnt (NASA)

Die Frage, ob der Mond bewohnt ist, hat die Menschen lange Zeit sehr beschäftigt. Legendär ist der "Große Mondschwindel" von 1835, der in die Astronomie- und Mediengeschichte eingegangen ist.

In sechs Artikeln berichtete die Zeitung "The Sun" aus New York von den Zuständen auf dem Mond, seiner Natur und seinen Bewohnern.

Die Überschrift lautete "Großartige astronomische Entdeckungen, die kürzlich von Sir John Herschel am Kap der Guten Hoffnung gemacht wurden". Das schien die Echtheit der Befunde zu belegen, war Herschel doch damals einer der bekanntesten Astronomen.

Illustriert waren die Geschichten mit Fantasiegemälden einer fast schon tropischen Landschaft, die von vielen Tieren und Fledermausmenschen bevölkert war.

Dies alles, so behauptete die Zeitung, habe John Herschel mit seinem Riesenteleskop ganz neuer Art beobachtet. Die Geschichte schlug hohe Wellen, viele andere Zeitungen druckten die Artikel eifrig nach. Doch nach wenigen Wochen war klar, dass es sich um eine komplette Fälschung handelte.

John Herschel soll amüsiert bemerkt haben, seine wirklichen Beobachtungen des Weltalls seien weit weniger aufregend. Ob die sensationsheischende Story die Auflage der Sun tatsächlich hat steigern können, ist nicht ganz klar.

In jedem Fall war der Erfolg der Zeitung sehr begrenzt: Die Sonne mit dem Großen Mondschwindel erscheint seit sechs Jahrzehnten nicht mehr. Unser Mond aber erscheint noch immer - und zwar regelmäßig.

Informationen zum Großen Mondschwindel von 1835

Leben und Werk von John Herschel

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