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StartseiteSternzeitUnd ewig grüßt Komet Encke30.07.2020

Der himmlische DauerbrennerUnd ewig grüßt Komet Encke

Im Sternbild Becher erreicht heute ein himmlischer Dauerbrenner seinen geringsten Abstand zur Erde. Der Komet Encke bleibt dieses Mal allerdings gut 90 Millionen Kilometer entfernt.

Von Dirk Lorenzen

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Die aktuelle Stellung der inneren Planeten und von Komet Encke. (JPL/NASA)
Die aktuelle Stellung der inneren Planeten und von Komet Encke (JPL/NASA)

Für unsere Breiten ist er bereits in der Abenddämmerung verschwunden. Aber von der Südhalbkugel aus ist er in einem Fernglas zu erspähen.

Vor einem Monat ist der Komet durch den sonnennächsten Punkt seiner Bahn gezogen und kam dabei der Sonne etwas näher als der innerste Planet Merkur.

Komet Encke braucht nur rund drei Jahre und drei Monate, um einmal um die Sonne zu ziehen. Leider kommt er dabei nur alle paar Jahrzehnte der Erde so nah, dass er leicht zu beobachten ist – das nächste Mal in 16 Jahren.

Der Komet wurde zwischen 1786 und 1818 viermal beobachtet. Erst dann erkannte der aus Hamburg stammende Johann Franz Encke, dass die vier Kometenerscheinungen auf dasselbe Objekt zurückgehen.

Der Komet Neowise, auch C/2020 F3 genannt, leuchtet am zeitigen Morgenhimmel gegen 3 Uhr über einem Feld mit einer Strohrolle. (picture alliance/dpa/Patrick Pleul)Der Komet Neowise: So schön kann man Encke leider nicht sehen (picture alliance/dpa/Patrick Pleul)

Der Göttinger Mathematiker und Astronom Carl Friedrich Gauß veröffentlichte die Berechnung seines Schülers und machte Encke so zum berühmten Mann. Dieses Objekt war nach Halley erst der zweite Komet, der regelmäßig am Himmel auftaucht.

Der etwa fünf Kilometer große Brocken wurde nach seinem Berechner benannt. Inzwischen ist er mehr als 60mal wiedergekehrt.

Zwar entgeht uns der Komet dieses Mal, aber im November grüßt er noch einmal am Himmel. Denn dann zeigen sich die Tauriden: Einige Brocken, die Encke auf seiner Bahn hinterlassen hat. Sie flammen als Sternschnuppen auf.

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