Montag, 15. August 2022

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Der Hundsstern und sein Welpe

In Winternächten wandert der hellste Stern der Nacht über den Südhimmel. Nur der Mond und einige Planeten übertreffen ihn noch. Gegen 21 Uhr finden Sie Sirius knapp über dem Südosthorizont - links unterhalb vom Orion. Gegen Mitternacht erreicht er seine höchste Position am Himmel.

Von Damond Benningfield | 05.01.2006

    Sirius ist wirklich ein sehr heller Stern. Zum hellsten Stern der Nacht wird er jedoch nur aufgrund seiner geringen Entfernung zur Erde. Knapp neun Lichtjahre liegen zwischen ihm und uns.

    Für Astronomen im 19. Jahrhundert war Sirius aufgrund seiner Erdnähe ein beliebtes Beobachtungsobjekt. Sie testeten neue Teleskope und neu entwickelte Techniken. 1844 entdeckte der aus Minden stammende und in Königsberg arbeitende Astronom Friedrich Wilhelm Bessel beispielsweise, dass etwas an Sirius zerrt. Er vermutete bereits einen unsichtbaren Stern. Der amerikanische Astronom Alvan Clark sah diesen Stern zum ersten Mal im Jahr 1862. Er ist klein und blass und war deshalb neben dem hellen Sirius nur schwer zu finden. Da er ein kleiner Begleiter des majestätischen Hundssterns ist, nannte man ihn den "Welpen".

    Ein halbes Jahrhundert später erkannten Astronomen, dass dieser Welpe anders war als alle Sterne, die sie bisher beobachtet hatten. Seine Oberfläche ist extrem heiß. Doch erzeugt der Stern so wenig Licht, dass er winzig sein muss. Tatsächlich ist er nicht größer als die Erde, hat jedoch etwa die Masse der Sonne.

    Der Welpe war der Prototyp für Sterne, die man als Weiße Zwerge bezeichnet. Es sind die ausgebrannten Kerne einst normaler Sterne.