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StartseiteAtelier neuer MusikLust auf Poesie20.03.2021

Der Komponist Paul-Heinz DittrichLust auf Poesie

Nach dem Erleben seiner Musik blieb man oft ratlos und voller offener Fragen zurück. Paul-Heinz Dittrich war in seiner leisen Art unbequem und unangepasst. Ähnlich wie jene Dichter, die den Literatur-affinen Vertreter der DDR-Avantgarde lebenslang inspirierten.

Von Stefan Amzoll        

Porträt von Paul-Heinz Dittrich. (Paul-Heinz Dittrich)
Verstand zeitgenössische Kunst als höchst unbequem: Paul-Heinz Dittrich. (Paul-Heinz Dittrich)
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Der Postmoderne gegenüber war er höchst skeptisch, der Sozialistische Realismus war für ihn keine Option. Paul-Heinz Dittrich, Meisterschüler von Rudolf Wagner-Régeny, orientierte sich vielmehr an Modernisten wie Pierre Boulez, Karlheinz Stockhausen und Luigi Nono, ohne sie jedoch zu adaptieren.

Zahlreiche vokal-instrumentale Arbeiten aus seiner Hand sind von Texten Baudelaires, Kafkas, Becketts, vor allem Celans inspiriert. Oft auch unter Zuhilfenahme der Elektroakustik entwickelte der Komponist eine eigentümliche musikalische Poesie, in der das Disharmonische, das "sperrig Aufklaffende" unangenehme Wahrheiten offenbarte.

Dittrichs letzte Uraufführung liegt einige Jahre zurück, das Schaffen seiner letzten eineinhalb Lebensjahrzehnte wartet unaufgeführt. Sein Tod Ende Dezember, kurz nach seinem 90sten Geburtstag, lässt Stefan Amzolls Porträtsendung aus dem Jahre 2006 mit neuer Aufmerksamkeit hören.

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