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StartseiteAtelier neuer Musik"Licht, das man mit Augen nicht sehen kann"14.11.2015

Der Komponist PRASQUAL "Licht, das man mit Augen nicht sehen kann"

Eine ungewöhnliche Erscheinung in der zeitgenössischen Musik, quer zu allen Moden, Schulen und Strömungen: Das ist der 1981 in Polen geborene und in Köln lebende Komponist PRASQUAL. Schon der Name - stets in Versalien und ohne Vornamen - signalisiert den Anspruch: Diese Musik bewegt sich in großen Dimensionen.

Von Ingo Dorfmüller

Der Künstler Prasqual (Matthias Baus)
Der Künstler Prasqual (Matthias Baus)

Statt handelsübliche Ensemblestücke im Zehn-Minuten-Format zu liefern, arbeitet PRASQUAL an einer Musik monumentaler Formen und ritueller Vollzüge. Im Zentrum steht dabei ein Musiktheaterprojekt, dessen Vollendung er für das Jahr 2020 anvisiert: eine vierteilige musikalische Kosmogonie, inspiriert von Virginia Woolfs Roman "Orlando". Nicht als erzählerische Vorlage, sondern als Chiffre der Grenzüberschreitung - des Körpers, der Zeit, der gesellschaftlichen Zwänge.

Wer bei den Dimensionen des Werks an Karlheinz Stockhausens "Licht-Zyklus" denkt, liegt nicht falsch - PRASQUAL beruft sich ausdrücklich darauf. Und doch geht er gedanklich und auch musikalisch eigene Wege: Eher schon wären Claude Vivier und Horatio Radulescu und ihr Umgang mit Mikrotonalität und instrumentalem Timbre als Anhaltspunkte zu nennen.

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