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StartseiteAtelier neuer MusikEin Prager in New York07.04.2018

Der Komponist und Dirigent Petr KotíkEin Prager in New York

Er erhielt die Unterstützung von John Cage, er vertonte Briefe von Vaclav Havel und er ist der letzte lebende Komponist aus der Zeit des "Prager Frühlings". Petr Kotík vereint in seiner Musik europäische und amerikanische Traditionen und geniesst eine Sonderstellung in der Komponierszene der USA.

Von Robert Nemecek

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Der Komponist Petr Kotik (Courtesy of the S.E.M. Ensemble)

Der Komponist, Flötist und Dirigent Petr Kotík wurde 1942 in Prag geboren. Als die ČSSR einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" probierte, gehörte er zu den jungen Vertretern einer neuen tschechoslowakischen Avantgarde. Nach der Niederschlagung des "Prager Frühlings" im August 1968 emigrierte er in die USA, wo er mit Unterstützung von John Cage, Christian Wolff und David Tudor seine künstlerische Laufbahn fortsetzen konnte.

Die sechstündige Vokalkomposition "Many Many Women" nach einem Text von Gertrude Stein brachte den Durchbruch. Kotíks Kombination von Polyphonie, repetitiven Strukturen und immensen Zeitdimensionen schuf ihm eine einzigartige Stellung in der amerikanischen Musik.

1970 gründete Kotík das S.E.M Ensemble, das bis heute zu den aktivsten US-amerikanischen Formationen Neuen Musik zählt. Im Jahre 2000 initiierte er die "Ostrava Days", ein weltoffenes Festival für Neue Musik in Tschechien.

Diese Sendung finden Sie nach Austrahlung sieben Tage in unserer Mediathek.

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