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StartseiteHistorische AufnahmenSpielfreude und Meditation 28.03.2019

Der Pianist Sergio Fiorentino Spielfreude und Meditation

Heute fast vergessen, dabei in jungen Jahren mit allen Gaben einer pianistischen Wunderkarriere ausgestattet: Bei dem Italiener Sergio Fiorentino gibt es so manche Überraschung zu entdecken, auch noch rund zwei Jahrzehnte nach seinem Tod.

Von Christoph Vratz

Die Notenhandschrift von Robert Schumann, hier zu sehen, Beginn des Finale der Sonate Nr. 1 Op. 11 (imago stock&people)
Robert Schumann war nur einer der Favoriten im Repertoire des Pianisten Sergio Fiorentino (imago stock&people)

Als Sergio Fiorentino im August 1998 in seiner italienischen Heimat starb, nahm kaum jemand öffentlich Notiz vom Abschied eines Mannes, der zu den bedeutendsten Pianisten des Landes gezählt werden darf. Dabei verlief am Beginn seiner Karriere alles sehr schnell und sehr glatt. Fiorentino gewann einen namhaften Wettbewerb-Preis in Monza und durfte mit Mitte zwanzig in der New Yorker Carnegie Hall auftreten.

Doch die Folgen einer Verletzung bei einer Flugzeug-Notlandung bremsten den Musiker gesundheitlich aus. Fiorentino verlor daraufhin die Lust am Reisen und schränkte die Zahl seiner Konzerte deutlich ein. Er arbeitete aber weiter für die RAI, gab Meisterkurse und unterrichtete bis 1993 am Konservatorium von Neapel. Danach kehrte er noch einmal ins Konzertleben zurück und erhielt zuweilen lebenslange Auftrittsrechte.

Zwischen 1954 und 1967 entstanden auch über dreißig Schallplatten, die in Kennerkreisen bis heute sehr geschätzt werden. Seine Aufnahmen sind erst in letzter Zeit wieder zugänglich gemacht worden und bezeugen eine deutliche Vorliebe für das romantische Repertoire. Sie bieten manche Überraschung eines Fast-Vergessenen.

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