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StartseiteUmwelt und VerbraucherDer Präsident und die Umwelt05.06.2012

Der Präsident und die Umwelt

Joachim Gauck eröffnet Woche der Umwelt

Einmal in seiner Wahlperiode veranstaltet der Bundespräsident die Woche der Umwelt. Angefangen hat das mit Johannes Rau 2002. In diesem Jahr begrüßt Joachim Gauck die Besucher. Die waren gespannt, was der neue Bundespräsident zu sagen hat - denn bis dahin war er in dieser Beziehung wenig konkret geworden.

Jule Reimer im Gespräch mit Georg Ehring

Bundespräsident Joachim Gauck spricht bei der "Woche der Umwelt"  in Berlin. (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)
Bundespräsident Joachim Gauck spricht bei der "Woche der Umwelt" in Berlin. (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)

Georg Ehring: Was hat Joachim Gauck gesagt?

Jule Reimer: Der Bundespräsident hat appelliert: an Wissenschaftler und Unternehmen, umweltfreundliche Produkte zu entwickeln und entsprechend zu investieren, aber auch an die Bürger, ihre Freiheit in der Marktwirtschaft verantwortlich zu nutzen - bei Verhalten und der Konsumwahl - ohne dass er dieses Wort ausdrücklich in den Mund nahm. Er wünsche sich vor allem viele Diskussionen hier auf der Woche der Umwelt, so Joachim Gauck:

"Denn das ist unsere Stärke, die Stärke von Demokratie und Marktwirtschaft: der Wettstreit um den besten Weg, die Suche nach Alternativen."


Reimer:In diesen Tagen sei das besonders wichtig angesichts der Diskussion um die Energiewende:

Gauck: "Es wird uns nicht gelingen allein mit planwirtschaftlichen Verordnungen. Schon gar nicht mit einem Übermaß an Subventionen. Es kann uns aber gelingen mit überzeugenden Innovationen und im fairen Wettbewerb."

Reimer: An dieser Stelle dachte man: Aha, da ist er, Joachim Gauck, wie man ihn kennt, der auch schon einmal von "Grünen Ideologien" spricht, der die Technikfeindlichkeit der Deutschen bedauert und sehr viel Vertrauen in die Kräfte des freien Marktes setzt, was nicht alle Umweltexperten so teilen. Aber der Bundespräsident mahnte auch einen verlässlichen Rahmen an:

Gauck: "Marktwirtschaftliche, wachstumsfreundliche Umweltpolitik heißt für mich, dass Kosten für Umweltbelastungen und Umweltrisiken den Verursachern in Rechnung gestellt werden und nicht den Steuerzahlern. Und dass umweltfreundliche Produktion sich für Unternehmen im Wettbewerb auszahlt."

Reimer: Gauck forderte deshalb auch einen Erfolg bei der großen Weltumweltkonferenz Rio+20, zu der die UN ab dem 20. Juni nach Rio de Janeiro einlädt. Der Bundespräsident wies darauf hin, dass der weltweite CO2-Ausstoß seit dem legendären Erdgipfel 1992 - der Geburtsstunde des Klimaschutzes - um die Hälfte gestiegen ist und er appellierte an alle führenden Industrie- und Schwellenländer, sich ab 2020 an einem weltweiten CO2-Reduktonsprogramm zu beteiligen.

Ehring: Was passiert bei der Woche der Umwelt?

Reimer: Hier präsentieren sich rund 200 Unternehmen, Forscher, Nichtregierungsorganisationen, auch Institutionen mit ihren Projekten und Geschäftsideen. Sie wurden ausgewählt unter über 500 Bewerbern.
Gemeinsam ist ihnen, dass sie einen umweltfreundlichen Ansatz haben - also wirtschaftliche Interessen mit Nachhaltigkeit kombinieren - das entspricht dem Auftrag des Mitveranstalters dieser Woche der Umwelt, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.

Ehring: Welches sind die Schwerpunkte in diesem Jahr?

Reimer: Ganz klar steht das Thema Energie und Energiewende im Vordergrund. Morgen wird sich hier auch Bundesumweltminister Peter Altmaier einer Diskussion stellen, die wir im Deutschlandfunk abends ab 19:15 Uhr in der Sendung "Zur Diskussion" übertragen, die auch später nachzuhören sein wird unter www.dradio.de.
Weitere Themen sind der effiziente Einsatz von Rohstoffen, nachhaltiges Bauen, Mobilität der Zukunft, nachhaltige Landwirtschaft und die Frage, wie sich Sport und Freizeittrends mit Naturschutz vereinbaren lassen.

Und natürlich führt die ganze Veranstaltung auch hin auf die große Weltumweltkonferenz Rio+20 in zwei Wochen in Brasilien.

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