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StartseiteDeutschlandfunk - Der TagWende im Fall Oury Jalloh - Weiter Misstrauen gegen RUSADA16.11.2017

Der TagWende im Fall Oury Jalloh - Weiter Misstrauen gegen RUSADA

Hat sich Oury Jalloh wirklich selbst in seiner Zelle angezündet oder war es doch Mord? Neue Ermittlungsakten erhärten diesen Verdacht. Dass es in Russland ein staatliches Dopingsystem gibt, bestreitet Moskau weiterhin. Deshalb bleibt die staatliche Anti-Doping-Agentur auch gesperrt.

Von Sarah Zerback

Transparent mit einem Porträt von Oury Jalloh am 13.12.2012 nach der Urteilsverkündung im Prozess um den Feuertod des Afrikaners vor dem Landgericht in Magdeburg (Sachsen-Anhalt). Der Asylbewerber aus Sierra Leone war 2005 in Dessau-Roßlau bei einem Brand in einer Polizeizelle ums Leben gekommen. (picture alliance / dpa / Jens Wolf)
Nach Recherchen der ARD wurde Oury Jalloh wahrscheinlich getötet (picture alliance / dpa / Jens Wolf)
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Zweifel gab es schon lange, ob sich der Asylbewerber Oury Jalloh selbst angezündet hat. Schließlich war er betrunken, an Händen und Füßen gefesselt in einer Ausnüchterungszelle. Schon früh wurde über rassistische Motive spekuliert. Vollständig aufgeklärt wurde die Todesursache jedoch nie - zwölf Jahre lang nicht. Dass es nicht so gewesen sein kann, wie es die zuständige Polizei in Dessau darstellt, das legen Unterlagen nahe, die dem ARD-Magazin Monitor vorliegen. Wir sprechen mit einem Kollegen, der sie einsehen konnte.

Dass sich in Russland nicht nur einzelne Sportler zu Höchstleistungen gepusht haben, das hat die Welt-Anti-Doping-Agentur längst belegt. Im so genannten McLaren-Report ist gar von einem staatlich gelenkten Doping-System die Rede. Das hatte krasse Konsequenzen, unter anderem, dass die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA aus dem Weltverband ausgeschlossen wurde. Jetzt hat die WADA entschieden: Das soll auch so bleiben. Warum das aber vielleicht doch wenig Konsequenzen haben könnte, lassen wir uns erklären.

Fragen, Anmerkungen, Kritik gerne an: dertag@deutschlandfunk.de

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