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Der US-Präsident und die RechteTrumps Symbiose mit der Rechten läuft aus dem Ruder

US-amerikanische Nationalisten marschieren am 12. August 2017 in Charlottesville, US-Bundesstaat Virginia. Im Zuge dieses Aufmarsches von Nationalisten und Rechtsextremen kam es zu zahlreichen Zusammenstößen. (imago / ZUMA Press)
US-amerikanische Nationalisten marschieren am 12. August 2017 in Charlottesville, US-Bundesstaat Virginia. (imago / ZUMA Press)

US-Präsident Trump hat nach Ansicht des politischen Beobachters Bastian Hermisson seit Jahren auf eine Symbiose mit Teilen der Rechten gesetzt. Jetzt laufe sie aus dem Ruder. Dass Trump sich nach den Ereignissen in Charlottesville doch noch vom Rechtsextremismus distanziert hat, komme zu spät und sei unglaubwürdig, so Hermisson im Deutschlandfunk.

Trumps zweites Statement "zeugt nicht von Einsicht, sondern nur davon, dass Trump einen taktischen Rückzieher gemacht habe aufgrund des Drucks der Presse und eines Teils der Republikaner", sagte Hermisson, der das Washingtoner Büro der Heinrich-Böll-Stiftung leitet.

Dabei gehe es Trump aber nicht um die Unterstützung rechtsextremer Organisationen selbst und ihrer Mitglieder selbst, sondern um ein "Hintergrundrauschen des rechtslastigen Internets", das in rechtsextremen Organisationen mitgefüttert und befeuert werde. Seiten wie Breitbart seien auch dank Trump zu gewaltigen Medien- und Propagandamaschinen geworden. Auf deren Unterstützung fühle Trump sich offenbar weiter angewiesen: "Angesichts seiner desolaten Zustimmungswerte kann er es sich kaum leisten, noch mehr Anhänger zu verlieren, andererseits wird er mit seinem Verhalten bezüglich Charlottesville die Zahl seiner Anhänger auch kaum erweitern."

Das Hintergrundrauschen laufe aus dem Ruder. Vielen Trump-Anhängern werden unangehnehm vor Augen geführt, was die auswüchse der Rhetorik seien, der sie selbst in den letzten jahren gefolgt seien. "Unterschwelliger Rassismus war Motivation vieler Trump-Wähler, aber auch die wollen sich nicht damit auseinandersetzen, dass sie in einem Topf mit Neonazis landen - auch denen geht das ein Stück zu weit", so Hermisson.

Die unterschiedlichen rechten Bewegungen hätten gemeinsam, dass sie sich vom derzeitigen politischen Klima bestärkt fühlten: "Trump ist als Präsident jemand, der täglich zündelt und letztlich die Pfeiler stärkt, auf die die rechtsextreme Ideologie aufbaut." Für besorgniserregend hält Hermisson aber vor allem, dass zunehmend in breiteren gesellschaftlichen Kreisen Bestandteile der rechtsextremen Ideologie sich in den Köpfen festsetzten - betrieben von rechten Internetportalen, aber auch Fernsehsendern wie Fox News.

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