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StartseiteWirtschaft am MittagTrump-Kredite im Visier des US-Kongresses12.02.2019

Deutsche Bank Trump-Kredite im Visier des US-Kongresses

Vor Jahren rettete die Deutsche Bank den jetzigen US-Präsidenten Donald Trump vor der Pleite: Mit Hunderten von Millionen US-Dollar für den damaligen Immobilienmogul. Die US-Demokraten fragen sich jetzt, ob dies auch aufgrund von Verbindungen zu Russland geschah.

Von Thilo Kößler

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Die US-amerikanische Flagge und eine Flagge mit dem Logo der Deutschen Bank an dem Hauptgeschäftsgebäude der Deutschen Bank auf der Wall Street in New York. (imago / Richard Levine)
Die Kernfrage des US-Kongresses: Wer hat für den 130-Millionen-Dollar-Kredit an Donald Trump gebürgt? (imago / Richard Levine)

Seit sich die Mehrheitsverhältnisse im Repräsentantenhaus gedreht haben, erhöhen die Demokraten den Druck auf Donald Trump. In knapp einem Dutzend Untersuchungsausschüssen gehen sie der Frage nach, ob und inwieweit es während des Wahlkampfes geheime Absprachen zwischen dem Trump-Team und Russland gab und ob dabei möglicherweise auch finanzielle Abhängigkeiten von Moskau eine Rolle spielten. Immer mehr rückt dabei die Deutsche Bank in den Fokus der Abgeordneten – gleich zwei Ausschüsse beschäftigen sich jetzt mit den Krediten des Frankfurter Geldinstituts an Donald Trump, die sich auf mindestens noch 130 Millionen Dollar belaufen sollen. Vergeben zu einem Zeitpunkt, als Donald Trump bereits bei den amerikanischen Banken als verbrannt galt und längst keine Kredite mehr von ihnen bekam. Der Abgeordnete Jim Himes fragt sich, weshalb die Deutsche Bank damit zum wichtigsten Gläubiger des heutigen Präsidenten wurde.

Trump überzog die Deutsche Bank mit einer Milliardenklage

Und das, obwohl die Deutsche Bank im Jahr 2008 von ihrem hoch verschuldeten Kreditnehmer Trump mit einer Milliardenklage überzogen worden war. Der 130- Millionen-Dollar-Kredit, so vermutete die demokratische Abgeordnete Maxine Waters schon im Mai 2017, müsse gut abgesichert sein – möglicherweise durch eine Bürgschaft russischer Oligarchen oder gar der russischen Regierung selbst.

Die guten Kontakte zwischen der Deutschen Bank und russischen Oligarchen sind wegen eines Geldwäscheskandals gut belegt, an dessen Ende das Frankfurter Geldinstitut im Jahr 2017 mit einer Strafzahlung in Höhe von 670 Millionen Dollar belangt worden war. Gut dokumentiert sind auch die Geschäftsbeziehun­gen zwischen Deutscher Bank und Trump. Die Frage ist nur, ob sich aus alledem auch auf Geschäftsbeziehungen zwischen Donald Trump und russischen Oligarchen schließen lässt. Die Antwort kennen möglicherweise die Deutschen Banker in der Frankfurter City.

Die Fragen brennen den Abgeordneten umso mehr auf den Nägeln, als der Sonderermittler in der Russlandaffäre, Robert Mueller, sich möglicherweise gar nicht für diese Kredite interessiert. Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses, Adam Schiff, äußerte deshalb gegenüber dem Fernsehsender NBC die Sorge, dass Mueller dann auch dem Verdacht der Geldwäsche nicht nachgehen werde.

Dass Donald Trump immer wieder wütende Tweets an ihn richte, sei nicht verwunderlich, sagt Schiff: Die Deutsche Bank sei möglicherweise die von Trump einmal genannte Rote Linie, die bei der Untersuchung seiner Finanzen nicht überschritten werden dürfe. Als im Dezember 2017 Spekulationen die Runde machten, dass Mueller die Deutsche Bank unter Strafandrohung vorgeladen habe, soll Trump nach Angaben Adam Schiffs die Entlassung des Sonderermittlers erwogen haben.

Wichtige Verbindungslinien fehlen noch

Trump habe erst von der Entlassung Muellers abgebracht werden können, nachdem ihm Mitarbeiter versicherten, dass die Deutsche Bank keine Vorladung erhalten habe. Denkbar ist, dass der Sonderermittler auch diesen Teil der juristischen Aufarbeitung des Finanzgebarens des Trump-Imperiums an die Staatsanwaltschaft in New York weiterreichte. Umso größer sei die Verantwortung des Kongresses, Licht in das politische Dunkel dieser Geschäftsbeziehungen zu bringen, sagt Adam Schiff. Möglicherweise sei nicht nur Donald Trump finanziell von Moskau abhängig – sondern mit dem Präsidenten auch das Land.

Noch fehlen wichtige Verbindungslinien in dem vermuteten Dreieck der Geschäftsbeziehungen zwischen Trump, russischen Oligarchen und der Deutschen Bank. Möglicherweise erweise sich der Verdacht als falsch, gibt Jim Himes zu bedenken.

Doch dagegen spreche die Tatsache, dass bis dato sämtliche Verbindungen zwischen Trumps Umfeld und Vertretern der russischen Regierung ebenso vertuscht und verheimlicht wurden. Noch sei also nicht jeder Stein umgedreht, sagt Himes. Das sei jetzt Aufgabe des Kongresses.

Die Deutsche Bank versichert ein ums andere Mal ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Aber den Kreditvertrag mit Donald Trump hat noch niemand zu Gesicht bekommen. Und so wird der politische Druck auf das Frankfurter Bankhaus weiter steigen.  

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