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StartseiteKultur heute"Jedes Mal wurde ich von Maria Eichhorn überrascht"17.02.2021

Deutscher Beitrag zur Kunst-Biennale 2022 "Jedes Mal wurde ich von Maria Eichhorn überrascht"

Der Deutsche Pavillon auf der Biennale in Venedig wird 2022 Maria Eichhorn präsentieren. Yilmaz Dziewior, Kurator des Pavillons, sagte über die Konzeptkünstlerin, dass sie ökologische Fragestellungen umtreiben würden - er schätzt an ihr, dass ihre Beiträge nicht vorhersehbar seien.

Yilmaz Dziewior Gespräch mit Karin Fischer

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Der Deutsche Pavillion in Venedig (picture alliance / dpa | Felix Hörhager)
2022 wird die Konzeptkünstlerin Maria Eichhorn den Deutschen Pavillion in Venedig bespielen (picture alliance / dpa | Felix Hörhager)
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Die Künstlerin Maria Eichhorn wird Ende April 2022 im Deutschen Pavillon auf der 59. Biennale in Venedig ausstellen. Kurator Yilmaz Dziewior arbeitet zum dritten Mal mit der Künstlerin zusammen. "Jedes Mal wurde ich durch die Arbeit von Maria Eichhorn überrascht. So gehe ich davon aus, dass der Beitrag für den deutschen Pavillon etwas ist, mit dem man vielleicht nicht unbedingt rechnet." 

Frage nach dem Eigentum

Häufig hat sich die Künstlerin mit der Architektur des Ausstellungsortes auseinandergesetzt, so Dziewior weiter. "Ich kann mir gut vorstellen, dass sie das gerade nicht macht, sondern sich mit Fragen auseindersetzt, zum Beispiel zum Eigentum", vermutet ihr Kurator. "Ich weiß, was sie auch sehr umtreibt, sind ökologische Fragestellungen. Das ist das Schöne bei der Arbeit von Maria Eichhorn. Man weiß, dass es gesellschaftlich verankert sein wird, aber dass man nicht vorhersehen kann, wie wird sie auf diese konkrete Situation reagieren." Die in Berlin lebende Eichhorn ist eine international viel beachtete Künstlerin. "Maria Eichhorn ist genau die Künstlerin, die ich schon immer im Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig sehen wollte", sagte Dziewior.

Der deutsche Pavillon in Venedig (Italien), aufgenommen am 29.05.2013  (dpa / Felix Hörhager) (dpa / Felix Hörhager) Die Biennale di Venezia besteht seit 1895. Die internationale Kunstausstellung findet alle zwei Jahre statt. Der Deutsche Pavillon wurde vom NS-Staat 1938 umgebaut und erhielt seine heutige Form. Viele Künstler haben sich seither an der Formensprache und ihrem Symbolgehalt abgearbeitet. Berühmt ist die Arbeit des Konzeptkünstlers Hans Haacke, der 1993 den Boden des Pavillons komplett aufbrach. Preise in Form von goldenen und silbernen Löwen für besondere Werke oder Lebensleistungen werden seit 1986 auf der Kunstbiennale von Venedig verliehen. Sie gilt als ein herausragendes Ereignis im kulturellen Jahreskalender. Wegen der Corona-Pandemie sind die Biennalen verschoben worden. Die aktuelle Architektur-Biennale findet nun ab Mai 2021 statt. Die Kunst-Biennale beginnt am 23. April 2022.

Wegen der Corona-Pandemie ist die Biennale um ein Jahr auf 2022 verschoben worden. "Grundsätzlich bin ich sehr an gesellschaftsrelevanter Kunst interessiert", sie dürfe aber Politik nicht nur kommentieren, sondern müsse ausreichende eigene Bildkraft besitzen, betont Dziewior im Dlf.

Dr. Yilmaz Dziewior, Direktor Museum Ludwig, Köln am 20.12.2017 in Köln bei der Unterzeichnung des Vertrages zwischen der Peter und Irene Ludwig Stiftung und der Stadt Köln der die Zuwendungen der Stiftung an das Museum Ludwig für 3 weitere Jahre sichert. *** Dr Yilmaz Dziewior Director Ludwig Museum Cologne on 20 12 2017 in Cologne at the signing of the contract between Peter and Irene Ludwig Foundation and the city of Cologne of the grants of the Foundation to the Museum Ludwig for 3 more years ensures (imago stock&people, Horst Galuschka) (imago stock&people, Horst Galuschka)Yilmaz Dziewior ist Kunsthistoriker und Direktor des Kölner Museum Ludwig. Bevor der gebürtige Rheinländer 2015 das Haus für moderne Kunst in der Domstadt übernahm, hat er den Hamburger Kunstverein und das Kunsthaus Bregenz geleitet. Er gilt als Kenner der zeitgenössischen Kunst. Insbesondere gesellschaftspolitische Fragestellungen moderner Kunst interessieren ihn. Das Museum Ludwig hat er für neue Konzepte der Präsentation geöffnet. Daher ist ihm die verdienstvolle Aufgabe übertragen worden, den deutschen Pavillon zu kuratieren. Venedig ist ihm diesbezüglich nicht fremd. Bereits 2015 kuratierte er den Österreich-Pavillon der Biennale di Venezia.

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