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StartseiteSportgespräch"Der Zeitenwandel ist da"02.12.2018

Deutscher Olympischer Sportbund"Der Zeitenwandel ist da"

Eine neue Ethikkommission, Athleten, die auf ihre Rechte pochen - und dann auch noch zum ersten Mal überhaupt ein Gegenkandidat bei einer Präsidentschaftswahl. Nach der DOSB-Mitgliederversammlung diskutieren wir den Zustand des organisierten Sports.

Bianka Schreiber-Rietig, Anno Hecker und Jörg Mebus im Gespräch mit Marina Schweizer

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Alfons Hörmann wurde am 01.12.2018 in seinem Amt als DOSB-Präsident bestätigt - allerdings gab es einen Gegenkandidaten. (dpa / picture alliance / Guido Kirchner)
Alfons Hörmann wurde am 01.12.2018 in seinem Amt als DOSB-Präsident bestätigt - allerdings gab es einen Gegenkandidaten. (dpa / picture alliance / Guido Kirchner)
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Dass sich derzeit etwas tut im deutschen Sport, darin sind sich unsere Gäste im Dlf-Sportgespräch einig: "Es hat sich etwas verändert im deutschen Sport", stellte etwa Anno Hecker fest, Sportchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, und Bianka Schreiber-Rietig, Herausgeberin des sportpolitischen Blogs Sportspitzen, stimmte ihm zu: "Der Zeitenwandel ist da". 

Sie beziehen sich dabei unter anderem auf die DOSB-Präsidentschaftswahlen vom 1. Dezember 2018, bei denen es zum ersten Mal einen Gegenkandidaten gab: "Martin Engelhardt hat dem Sport in Deutschland einen Gefallen getan", sagte dazu Jörg Mebus, Mitglied der Redaktionsleitung beim Sportinformationsdienst, "weil das ein demokratischer Prozess ist."

Martin Engelhardt ist Präsident der Deutschen Triathlon Union. (Deutschlandfunk / Jessica Sturmberg)Martin Engelhardt ist Präsident der Deutschen Triathlon Union. (Deutschlandfunk / Jessica Sturmberg)

"Viele Unzufriedene"

Der deutsche Triathlon-Präsident Martin Engelhardt hatte kurz vor den Wahlen seine Kandidatur angemeldet und verlor mit 61 zu 383 Stimmen gegen Alfons Hörmann, der damit im Amt des DOSB-Präsidenten bestätigt wurde. Jedoch "ging es Martin Engelhardt nicht darum, die Wahl zu gewinnen", so Anno Hecker, sondern um Kritik am Führungsstil von Alfons Hörmann. 

"Es gibt viele, viele Unzufriedene", erklärte Bianka Schreiber-Rietig, "die aber nicht im entscheidenden Moment das Fair Play spielen." So fand Martin Engelhardt offenbar keinen etablierten Funktionär, der ihn offen unterstützen und als Gegenkandidat vorschlagen wollte - das erledigte erst der zum persönlichen Mitglied ernannte Fechter Benedikt Wagner, ein Neuling im DOSB. 

Forderung: Mehr Kontrolle von außen

An der neuen Ethikkommission des DOSB bemängelte Anno Hecker, dass in der dazugehörigen Satzung "nicht expressis verbis drin steht, wann und wie sie eigentlich agiert." Bianka Schreiber-Rietig hätte sich gewünscht, "dass man sich umgeguckt und von außen Fachleute geholt hätte". Den Vorsitz dieser Kommission übernimmt der frühere Bundesinnenminister Thomas de Maizière, die beiden übrigen Positionen besetzen Hansjörg Geiger, bisher Vorsitzender der Stasi-Kommission des DOSB, sowie die ehemalige Biathletin Kati Wilhelm.

Ebenfalls einig waren sich die Gäste unseres Sportgesprächs am Ende in ihrem Apell an Funktionäre und Politik, die Förderung des Breitensports wieder mehr in den Blick zu nehmen: "Diese Fixierung auf den Spitzensport", sagte Schreiber-Rietig, "das ist, glaube ich, ein ganz großer Fehler." 

Das gesamte Gespräch können Sie mindestens sechs Monate in unserer Mediathek nachhören.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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