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StartseiteKultur heuteBrandschäden geringer als gedacht11.10.2018

Deutsches Museum MünchenBrandschäden geringer als gedacht

Zwar ist der Sachschaden, der bei einem Großbrand im Deutschen Museum in München entstanden ist, nicht so groß wie zunächst befürchtet. Doch der finanzielle Schaden ist dennoch hoch, denn die beschädigten Exponate müssen nun aufwendig gereinigt und restauriert werden.

Von Michael Watzke

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Im ersten Obergeschoss dieser Halle in Ingolstadt befand sich ein Depot des Deutschen Museums (Deutsches Museum)
Im ersten Obergeschoss dieser Halle befand sich ein Depot des Deutschen Museums (Deutsches Museum)
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Eine rußgeschwärzte  Lagerhalle mit geborstenen Scheiben und von der Hitze verbogenen Leitungen. Auf den ersten Blick befürchteten die Mitarbeiter des Deutschen Museums das Schlimmste. In dem Depot in Ingolstadt nördlich von München lagern 8.000 Exponate von einzigartigem historischem Wert auf.  Darunter ein Mikroskop von Chemie-Nobelpreisträger Manfred Eigen, historische Autos und Flugzeuge.

"Das ist ein großer Verlust von wertvollem Kulturgut", klagte Wolfgang Heckl, der Generaldirektor des Deutschen Museums. Er befürchtete Schäden in zweistelliger Millionenhöhe. Manches Exponat sei mit Geld gar nicht zu ersetzen.

Doch der Schock nach der ersten Brandmeldung wich zumindest teilweise einem Aufatmen.  Gerrit Faust, Sprecher des Deutschen Museums, hatte anfangs das Schlimmste befürchtet.

"Jetzt haben die Mitarbeiter das Depot kurz in Augenschein nehmen können und haben festgestellt: Ja, es sieht aus als hätte eine Bombe eingeschlagen, aber Nein, von einem Totalverlust der Exponate kann keine Rede sein."

Die Flammen hätten von außen in das Gebäude hineingeschlagen – deshalb sei es nicht vollständig ausgebrannt. Glücklicherweise seien viele Exponate aus Metall  - deshalb hätten sie die hohen Temperaturen und das Löschwasser einigermaßen überstanden.

"Der finanzielle Schaden ist natürlich immer noch groß"

"Es ist aber dennoch so, dass, wenn Sie 8.000 Objekte einzeln anfassen müssen, die untersuchen müssen, die reinigen und restaurieren müssen, weil es gibt dort Ruß, es gibt Löschwasser. Sie müssen unter Umständen alle diese Exponate einmal reinigen oder restaurieren. Und die Restaurierung verursacht Kosten. Der finanzielle Schaden, den wir dadurch haben, ist natürlich immer noch groß."

Das Deutsche Museum  in München ist das größte und meistbesuchte Museum in Deutschland. Seine Techniksammlung ist weltweit einzigartig. Wie die meisten Museen lagern auch die Münchner die meisten ihrer Exponate in Depots aus.

"Wir haben bestimmt 120.000 Ausstellungsobjekte und davon kann man vielleicht 20000 ausstellen, der Rest ist im Depot. Wobei bei uns die Situation so ist, dass wir durch die Modernisierung des Deutschen Museums eine ganze Menge ausgelagert haben."

Brandursache derzeit ungeklärt

Denn das Deutsche Museum wird seit einigen Jahren restauriert.  Eine Hälfte des riesigen Gebäudes auf der Münchner Isar-Insel ist derzeit geschlossen. Ein Brand ist das letzte, was wir derzeit brauchen – heißt es aus der 115 Jahre alten Institution.  Die Ursache des Feuers ist noch nicht bekannt, sagt Pressesprecher Gerrit Faust.

"Dieses Depot war mit einer Brandmeldeanlage ausgestattet und mit einer Einbruchmeldeanlage ausgestattet. Es war also praktisch alles da, was man dafür braucht.  Und eine Besprenkelung  gibt es halt in so einem Depot unter normalen Umständen mehr Schaden an als ein Feuer das tut."

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