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StartseiteSternzeiteRosita und der heiße Röntgenhimmel 15.08.2020

Deutsches Röntgenteleskop auf russischem SatelliteneRosita und der heiße Röntgenhimmel

Vor gut einem Jahr startete in Baikonur das russisch-deutsche Weltraumobservatorium Spektr-RG zur Erkundung der energiereichen kosmischen Röntgen- und Gammastrahlung. Hauptinstrument ist das Röntgenteleskop eRosita, das den gesamten Himmel mit bislang unerreichter Genauigkeit beobachten soll.

Von Hermann-Michael Hahn

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Karte des gesamten Himmels, erstellt vom Röntgenteleskop eRosita – die verschiedenen Farben stellen unterschiedliche Energien dar  (MPE)
Karte des gesamten Himmels, erstellt vom Röntgenteleskop eRosita – die verschiedenen Farben stellen unterschiedliche Energien dar (MPE)

Ein ähnliches Instrument war bereits Ende der 1990er-Jahre für den Satelliten Abrixas gebaut worden. Damals führte ein Konstruktionsfehler in der Batterie aber schon kurz nach dem Start zu einem Ausfall des Satelliten.

Spektr-RG bewegte sich nach dem Start binnen mehrerer Wochen an seinen Einsatzort in rund 1,5 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde. Dort heben sich die Anziehungskräfte von Sonne und Erde nahezu auf. Der Satellit umrundet ziemlich ortsfest gemeinsam mit der Erde die Sonne und tastet so innerhalb eines halben Jahres jeweils den gesamten Himmel ab.

Der Vela Supernova-Überrest im Röntgenlicht; die unterschiedlichen Farben lassen verschiedene Elemente erkennen, die während der Explosion vor rund 11.000 Jahren ausgeworfen wurden  (MPE)Der Vela Supernova-Überrest im Röntgenlicht; die unterschiedlichen Farben lassen verschiedene Elemente erkennen, die während der Explosion vor rund 11.000 Jahren ausgeworfen wurden (MPE)

Seit Anfang Dezember vergangenen Jahres scannen die sieben parallel ausgerichteten Teleskope den Röntgenhimmel ab, eine erste vollständige Durchmusterung ist inzwischen fertig.

Zwar dauert die detaillierte Auswertung der Daten noch an, doch wurde die erhoffte Empfindlichkeit offenbar weitgehend erreicht. Über weite Bereiche fand eRosita schon im ersten Durchgang gut sechsmal so viel Einzelquellen wie der deutsche Röntgensatellit ROSAT in den 1990er-Jahren.

In den kommenden Jahren soll das am Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik in Garching entwickelte eRosita noch sieben weitere Male den gesamten Himmel erfassen.

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