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StartseiteSternzeitDeutschlands erste Astronomin14.11.2012

Deutschlands erste Astronomin

Im Jahr 1930 kam in Zwickau Waltraut Seitter zur Welt. Nach ihrem Physikstudium in Köln führte sie ein Fulbright-Stipendium in die USA. Später folgten Tätigkeiten am Observatorium Hoher List in der Eifel, in Bonn, erneut in den USA und schließlich an der Universität Münster.

Von Dirk Lorenzen

Der Asteroid Seitter – nicht mit bloßem Auge sichtbar – befindet sich morgen früh ein Stück links oberhalb der Venus.  (Stellarium)
Der Asteroid Seitter – nicht mit bloßem Auge sichtbar – befindet sich morgen früh ein Stück links oberhalb der Venus. (Stellarium)
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1975 wurde Waltraut Seitter dort die erste Professorin für Astronomie in Deutschland. Bis zu ihrer Emeritierung 20 Jahre später leitete sie das Astronomische Institut in Münster. Zu ihren Hauptarbeitsgebieten gehörten die spektrale Untersuchung von Sternen und die Erforschung von Novae und anderen explosiv veränderlichen Sternen.

Herausragende Bedeutung hat das von Waltraut Seitter geleitete Münster Redshift Project. Das Forscherteam hat die großräumige Verteilung von Galaxien im Universum vermessen und untersucht, was die Galaxien über die kosmische Entwicklung verraten.

Die Sternwarte auf La Silla heute (Eso)Waltraut Seitter arbeitete viel mit den Teleskopen auf La Silla (Eso)Waltraut Seitter und ihre Mitarbeiter werteten Aufnahmen von Weitwinkelteleskopen in Australien und der Europäischen Südsternwarte auf dem Berg La Silla in Chile aus.

Die Forscher stießen unter anderem auf erste Indizien für eine beschleunigte Ausdehnung des Kosmos – kurze Zeit später lieferten Supernova-Beobachtungen anderer Gruppen einen klaren Beleg dafür.

Waltraut Seitter war in gewisser Weise Deutschlands erste Astronomin. Morgen vor fünf Jahren ist sie in Schalkenmehren in der Eifel verstorben – sie wurde 77 Jahre alt. Der ihr zu Ehren benannte Asteroid steht morgen früh ein kleines Stück links oberhalb der Venus am Morgenhimmel.


Nachruf der Sternfreunde Münster auf Waltraut Seitter

Bericht zum Stand des Muenster Redshift Project

Der Asteroid Seitter

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