Samstag, 26. November 2022

Verzicht auf "One Love"-Kapitänsbinde
DFB-Mediendirektor Steffen Simon: "Kann die öffentliche Enttäuschung verstehen"

Der Mediendirektor des Deutschen Fußballbundes, Simon, hat die Entscheidung verteidigt, bei der Fußball-WM in Katar auf die "One Love"-Kapitänsbinde zu verzichten.

22.11.2022

    Die spezielle Kapitänsbinde als Zeichen gegen Diskriminierung und für Vielfalt liegt auf einem Tisch. Diese ziert ein Herz in bunten Farben, die für Vielfalt stehen, sowie die Aufschrift 'One Love'.
    Die spezielle Kapitänsbinde als Zeichen gegen Diskriminierung und für Vielfalt (Sebastian Gollnow / dpa)
    Man sei nicht vor dem Weltfußball-Verband FIFA eingeknickt, sagte Simon im Deutschlandfunk (Audio-Link). Der DFB habe zwar die Binde verloren, aber nicht seine Werte. Die Haltung sei dieselbe geblieben. Der Funktionär betonte, er könne die öffentliche Enttäuschung zu 100 Prozent verstehen. Man habe aber vor einer "extremen Erpressung" durch die FIFA gestanden. Diese habe mit massiven sportlichen Sanktionen gedroht. Man habe die Situation nicht auf dem Rücken der Spieler austragen wollen, erklärte Simon.
    Die Bundesregierung hatte das Verbot der "OneLove"-Binde bei der WM in Katar deutlich kritisiert. Bundesinnenministerin Faeser sprach von einer befremdlichen Entscheidung der FIFA. Die SPD-Politikerin sagte im ZDF, es sei ein gutes Signal gewesen, dass viele Nationalmannschaften die Binde hatten tragen wollen, die für Offenheit und Toleranz stehe. Ähnlich äußerte sich Bundesaußenministerin Baerbock.
    Diese Nachricht wurde am 22.11.2022 im Programm Deutschlandfunk gesendet.