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StartseiteSternzeitEin Blick in die Zukunft der Milchstraße 14.10.2020

Die Galaxie NGC 1410 Ein Blick in die Zukunft der Milchstraße

Die Milchstraße wird in einigen Milliarden Jahren mit der Andromeda-Galaxie zusammenstoßen und verschmelzen. Eine solche Galaxienkollision vollzieht sich in der Simulation mit atemberaubendem Tempo, nimmt in Wirklichkeit aber unvorstellbar lange Zeiträume in Anspruch.

Von Hermann-Michael Hahn

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In einigen Milliarden Jahren werden sich M 31 und die Milchstraße so weit angenähert haben, dass auch sie sich mit ihrer Schwerkraft gegenseitig beeinflussen und schließlich miteinander kollidieren  ((Montage) NASA)
In einigen Milliarden Jahren werden sich M 31 und die Milchstraße so weit angenähert haben, dass auch sie sich mit ihrer Schwerkraft gegenseitig beeinflussen und schließlich miteinander kollidieren ((Montage) NASA)

Wenn sich zwei Spiralgalaxien von je 100.000 Lichtjahren Durchmesser mit einer Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Sekunde durchdringen, ist dieser Prozess frühestens nach 300 Millionen Jahren beendet.

Während dieser Zeit verändern die Galaxien unter dem Einfluss gegenseitiger Anziehungskräfte allmählich ihre Form. Es entstehen neue Materiebrücken und Gasströme; zudem wird die Entstehung unzähliger neuer Sterne angestoßen.

Dabei passiert alles so langsam, dass Beobachter innerhalb der Galaxien von diesen Veränderungen nichts mitbekämen und ihren Ablauf bestenfalls aus sehr präzisen Messungen rekonstruieren könnten.

Die wechselwirkenden Galaxien NGC1410 (links) und NGC 1409 sind im Sternbild Stier rund 340 Millionen Lichtjahre von uns entfernt  (ESA / Hubble)Die wechselwirkenden Galaxien NGC1410 (links) und NGC 1409 sind im Sternbild Stier rund 340 Millionen Lichtjahre von uns entfernt (ESA / Hubble)

Wie so etwas aus der Ferne aussieht, zeigt die Galaxie NGC 1410 im Sternbild Stier. Sie ist vor rund 200 Millionen Jahren mit der benachbarten Galaxie NGC 1409 zusammengestoßen.

Während dies in 1410 die Entstehung zahlloser neuer Sterne angeregt hat, zeigt 1409 bislang kaum erkennbare Folgen. Allerdings zeigt eine Aufnahme des rund 300 Millionen Lichtjahre entfernten Objekts mit dem Hubble-Teleskop dort auch keine Spiralstruktur mehr – womöglich wurden die Sterne schon kräftig durchgemischt.

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