Mittwoch, 28. September 2022

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Die Komponistin Maria de Alvear
Magische Rituale

Weihrauch schwenkend steht die Komponistin auf der Bühne. Dann beginnt die Aufführung des Stücks, die einem magischen Ritual gleicht. Die Titel ihrer Werke deuten darauf, dass Körperlichkeit, Geist, Klang und Spiritualität in Maria de Alvears Schaffen auf unvergleichliche Weise zusammenfließen.

von Hanno Ehrler | 17.10.2020

    Eine Frau in weitem gelben Mantel und mit hellbrauner Brille sitzt in einem Raum aus nackten Betonwänden auf einem grauen Sitzblock und schaut in die Kamera
    Maria de Alvear spürt komponierend dem menschlichen Empfinden nach. (Philip Lethen)
    Das Spirituelle steht im Vordergrund von Maria de Alvears Komponieren. Sie hat bei Mauricio Kagel in Köln studiert und von diesem wichtige Impulse erhalten, ein ganz eigenes Komponieren fern vieler mitteleuropäischer Konventionen zu entfalten.
    In den 1990er Jahren freundete sich Maria de Alvear mit Schamanen der Irokesen an und studierte ihre spirituellen Praktiken. Sie hat ein sehr feines Gespür für die unterschiedlichen Bedeutungen von Musik in verschiedenen Kulturen entwickelt.
    Maria de Alvears Stücke sind oft sehr lang. Sie spüren dem menschlichen Empfinden nach und wollen ganzheitliche Erfahrungen ermöglichen. Am 25. Oktober dieses Jahres feiert die lange in Köln ansässige spanische Komponistin ihren 60. Geburtstag.