Montag, 23. Mai 2022

Die ukrainische Komponistin Anna Korsun
Zwischen den Extremen

2018 produzierte der Deutschlandfunk Werke der Ukrainerin Anna Korsun für eine Porträt-CD beim Deutschen Musikrat. Wie die Komponistin künstlerisch auf den Krieg reagiert, weiß sie noch nicht. Es liegt aber nahe, ihre Musik heute neu zu hören.

Von Egbert Hiller | 16.04.2022

Die Komponistin Anna Korsun steht vor einem Laptop und spielt ein Konzert.
Die Komponistin Anna Korsun studierte Komposition in Kiew und München. (Konrad Fersterer)
Anna Korsun, 1986 geboren in Donezk, geht es in ihrer Musik nicht um konkrete Inhalte. Vielmehr begibt sie sich mit ihren Klängen in andere Wahrnehmungswelten. Räume und Erscheinungen in der Natur werden dabei auf besondere Weise „ausgehört“. Die Deutsche Schallplattenkritik würdigte dieses Unterfangen, in dem sie die im Rahmen der Edition Zeitgenössische Musik des Deutschen Musikrats 2018 erschienene Debüt-CD mit dem renommierten Vierteljahrespreis auszeichnete.

Angesichts des Krieges wirft Autor Egbert Hiller die Frage auf, ob es die aufgenommenen Stücke heute nicht neu zu verstehen gilt.