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StartseiteSternzeitSchöne Geschichten um ein markantes Wintersternbild22.02.2020

Die ungleichen ZwillingeSchöne Geschichten um ein markantes Wintersternbild

Gegen 20 Uhr steht das Sternbild Orion genau im Süden. Links oberhalb Orions leuchten die Zwillinge. Markant sind ihre Hauptsterne Kastor und Pollux. Sie bilden die kurze Seite eines länglichen Rechtecks.

Von Dirk Lorenzen

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Eine Aufnahme des Südhimmels gegen 22 Uhr zeigt die Zwillinge und andere Sternbilder. (Stellarium)
Gegen 22 Uhr stehen die Zwillinge hoch am Südhimmel (Stellarium)

Mit etwas Fantasie lassen sich im Sternmuster der Zwillinge tatsächlich zwei Strichfiguren ausmachen, die einander die Hand halten – die beiden hellen Sterne sind die Köpfe der Figuren.

Der antiken Mythologie zufolge stehen dort die Brüder Kastor und Pollux. Beide sind Söhne von Leda, der Königin von Sparta. Kastors Vater ist Tyndareus, Ledas Ehemann. Dagegen ist der Vater von Pollux Zeus, der König der Götter. Damit war Pollux unsterblich, sein Bruder nicht.

Die Zwillinge waren unzertrennlich. Sie gehörten zu den Argonauten, die Jason bei der Suche nach dem Goldenen Vlies begleiteten. Auf der Rückreise gerieten sie mit einem anderen Zwillingspaar in einen Streit um zwei Frauen, bei dem Kastor von einem Schwert durchbohrt wurde.

Pollux war verzweifelt und bat Zeus, auch Kastor die Unsterblichkeit zu schenken. So wurden beide am Himmel wieder vereint.

Nicht alle Kulturen sahen hier zwei Menschen. In Arabien stellt diese Himmelsgegend einen liegenden Löwen dar. Die Bewohner Zentralbrasiliens erkennen eine große Flöte.

Im alten China waren die Zwillingssterne auf etliche Figuren verteilt: Kastor und Pollux gehörten zum nördlichen Fluss, andere Sterne bildeten fünf Berater des Königs, den östlichen Brunnen, ein Weinglas und eine Kampfaxt. Sie alle ziehen Nacht für Nacht hoch über den Winterhimmel.

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