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StartseiteHintergrundDie unwiderstehliche Wut der polnischen Werftarbeiter31.08.2005

Die unwiderstehliche Wut der polnischen Werftarbeiter

Vor 25 Jahren ertrotzte die unabhängige Gewerkschaft "Solidarnosc" mit Massenstreiks ihre Anerkennung

Ein Sonntag ist dieser 31. August 1980 – Wohl kaum jemand vor und in der von streikenden Werftarbeitern besetzten Danziger "Lenin-Werft" dürfte ahnen, dass noch heute ein weitgehend unbekannter, schmaler, schnauzbärtiger Betriebs-Elektriker mit einem überdimensionalen Kugelschreiber buchstäblich Geschichte schreiben wird, als er seinen Namenszug unter ein Papier setzt, das seither als "Danziger Erklärung" bekannt ist. Dann, am späten Nachmittag, erfährt Polen, erfährt die Welt von ihm selbst, von Lech Walesa, dem Streikführer, über Radio und Fernsehen, das soeben etwas Unerhörtes geschehen ist:

Von Robert Baag

Der polnische Arbeiterführer und spätere Präsident Lech Walesa 1980 bei einer Kundgebung in Danzig. (AP Archiv)
Der polnische Arbeiterführer und spätere Präsident Lech Walesa 1980 bei einer Kundgebung in Danzig. (AP Archiv)
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" Es ist soweit! - Endlich haben wir unabhängige, selbst verwaltete Gewerkschaften – Wir haben das Streikrecht! "

Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, seit es die kommunistisch beherrschten so genannten "Volksdemokratien" gibt, haben Arbeiter einer sich selbst "Arbeiter- und Bauernmacht" nennenden Staatsführung elementare Rechte abgerungen, haben sich Proletarier gegen die "Diktatur des Proletariats" aufgelehnt, ihre Regierung nach knapp drei Streik-Wochen in die Knie und zu einem Kompromiss gezwungen.

Der Streik habe anfangs ausschließlich wirtschaftliche, soziale Gründe gehabt,sagt Anna Walentynowicz: "Politisch wurde er erst später, je länger er dauerte." – Dabei ist gerade sie es gewesen, die indirekt den Streik ausgelöst hat. Die Betriebsführung der Lenin-Werft hatte die damals 51jährige Kranführerin mit einer fadenscheinigen Begründung entlassen – denn die frühere Kommunistin war als aktive Oppositionelle und Flugblatt-Verteilerin bekannt. Aus einem vergleichsweise kleinen Solidaritäts-Streik für Anna Walentynowicz entwickelt sich im Handumdrehen ein so genannter Okkupationsstreik, an dem sich bald mehrere Tausend Belegschaftsmitglieder beteiligen. Doch nicht nur die Männer der Werft sind unzufrieden:

" Wir arbeiten ja auch, die Frauen. Schmutzige Arbeit haben wir. Wenig verdienen wir. Haben wir kein Fleisch, Wurst. Wenn wir zu drei Uhr kommen nach Hause, ha’m wir nuscht zu essen! Und unsere Männer wollen auch essen, Kinder auch. Ha’m wir nuscht! Na, das alles ist gut... Bloß, wenn wir noch in’n Geschäft gehen, das ist alles bei uns teuer. Das Geld reicht uns nicht. Und darum wollen wir, dass sie uns mehr Geld geben! "

Bogdan Lis – er ist gelernter Einrichter, Aktivist der ersten Stunde und heute Vorsitzender der "Stiftung Zentrum Solidarnosc" – weist auf eine spezifische, noch nicht klar artikulierte Stimmung im Land hin, die der harte Kern der Streik-Aktivisten damals berücksichtigen muss:

" In Danzig waren es nicht nur ökonomische Gründe, weshalb es im August ’80 schließlich zum Streik kam. Natürlich waren die wirtschaftlichen Anliegen für die Streik-Organisatoren von Bedeutung. Denn in einem kommunistischen Land wäre ein Streik, der von Anfang an einen politischen Charakter aber kein starkes gesellschaftliches Streikpotential hinter sich gehabt hätte, auf der Stelle zerschlagen worden. Aber als unsere Kraft zunahm, kam es am Ende zu den 21 Forderungen, von denen schließlich die wichtigsten politischen Charakter hatten. "

Die kommunistische PVAP, die Polnische Vereingte Arbeiterpartei, wird überrumpelt, reagiert defensiv. Parteichef Edward Gierek versucht zu retten, was zu retten bleibt:

" Ein gefährlicher Aspekt der jüngsten Ereignisse in manchen Betrieben an der Danziger Küste ist die Tatsache, dass einige unverantwortliche Elemente, anarchische und antisozialistische Gruppen versuchen, die Arbeitsunterbrechungen politisch auszunutzen. Doch es ist unsere Pflicht mit aller Entschiedenheit festzustellen, dass die Aktivitäten, die gegen die politische und soziale Ordnung in Polen gerichtet sind, nicht hingenommen werden können – und auch nicht hingenommen werden! "

Bogdan Borusewicz, heute Mitglied der Regionalverwaltung der Wojewodschaft Pomorze, ist im August 1980 maßgeblich an der Vorbereitung und Leitung des Streiks auf der Danziger "Lenin-Werft" beteiligt: Seiner Erklärung für den politischen Erfolg der Streikbewegung:

" Arbeiter und Intelligenz waren hier vereint. Und deswegen waren sie so stark. Vorher sah es in Polen immer so aus: Entweder waren es die Arbeiter oder es waren die Intellektuellen. Die Staatsmacht hatte bis dahin beide immer erfolgreich voneinander isolieren können. Das KOR – das "Komitee zur Verteidigung der Arbeiter" -, dem ich damals als Student angehörte, war eigentlich ein Komitee der Intellektuellen, das sich an die Arbeiterschaft wandte. Uns war klar, das wir diese Isolation überwinden und mit den Arbeitern zusammenwirken müssten. Und so wurde seit 1977 die Untergrundzeitschrift "Robotnik" – der "Arbeiter" – herausgegeben, die uns als publizistisches Werkzeug dafür diente. "

Es ist eine mühselige und illegale Arbeit, zu dem sich die antikommunistischen KOR-Leute zusammentun, um die Arbeiterschaft für ihre Ideen zu gewinnen:

" Das erste Treffen mit jemandem, der interessiert war, fand bei mir statt. Hier kriegte er sofort Untergrund-Literatur, -Zeitungen oder irgendwelche Flugblätter. Und aus dieser Zirkelarbeit kam es nach dem Schneeball-System zu weiteren, neuen Gruppen, noch mehr Untergrundliteratur kam in Umlauf, bei Kirchen, an den Arbeitsplätzen. - Mut gehörte schon dazu, denn die Miliz konnte einen für so etwas verhaften. "

Die hartnäckige Arbeit der polnischen Dissidenten im Inneren erhält 1978 von außen einen weiteren – und wie sich noch erweisen wird – entscheidenden Impuls: Die Wahl des Krakauer Kardinals Wojtyla zum Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche. Als Papst trägt er den Namen: Johannes Paul der Zweite. Bald gilt er als Leitfigur mit hoher moralischer Autorität für die meisten seiner Landsleute, die dem Regime offen oder heimlich in Opposition gegenüberstehen.
1976 bei einem Besuch in Köln macht der hierzulande noch kaum bekannte polnische Kirchenmann Wojtyla vor einer deutschen Fernsehkamera eine damals kaum beachtete Aussage, die sich heute, knapp 30 Jahre später, schon wie eine vorweggenommene, programmatische Grundsatzerklärung anhört:

" Der Kampf um die Freiheit des eigenen Volkes geht parallel in unserer Geschichte mit dem Kampfe um die Freiheit der anderen Völker, die unterdrückt sind. Und darum haben wir Polen die besondere Empfindlichkeit für die Freiheit als ein grundsätzliches Recht des Volkes sowie auch des Menschen. "

Hier ist das Leitmotiv formuliert, das im Sommer 1980 und auch danach die polnischen Oppositionellen inspirieren wird. – Über die bundesdeutschen elektronischen Medien erfahren auch die Menschen in der DDR von den erstaunlichen, viele dort aber auch beunruhigenden Vorgängen im – wie es DDR-offiziell heißt – "sozialistischen Bruderstaat". Der frühere DDR-Bürgerrechtler und Publizist Wolfgang Templin:

" Ich saß an der Akademie der Wissenschaften und dort kriegte ich dann mit, wie die offizielle Kampagne lief. Was ich bei den einfachen Leuten so an Vorurteilen, an Abwehr erlebte, das wurde propagandistisch richtig vorbereitet, geschürt, teilweise sehr primitiv. Der Neid, dass die Polen kaufen, dass die Polen anders sind, dass die Polen sich etwas herausnehmen, was man sich selber nicht traut, nämlich offen zu protestieren... "

Selbst in der Sowjetunion, in Moskau, in der ideologischen Zentrale des so genannten "real existierenden Sozialismus" herrscht Verwirrung angesichts der offensichtlichen Machtverfalls der polnischen Kommunisten, wie sich Irina Schtscherbakova von der Moskauer Menschenrechtsorganisation "Memorial" gut erinnert:

" Es war wirklich schwer für unsere Macht, etwas richtig Propagandistisches zu treiben. Weil, was klar war: Es waren Arbeiter! Und das war schwer zu verbergen. "

Im Riesenland UdSSR besteht damals, in der tiefsten Breschnjew-Zeit - von ein paar wenigen Dissidenten abgesehen – aber noch nicht einmal ansatzweise ein oppositionelles Netzwerk, von widerstandsbereiten Arbeitern ganz zu schweigen. – Die DDR-Bevölkerung hingegen hat nicht zuletzt via Westmedien und visafreies Reisen nach Polen die Chance, aus dem polnischen Vorgehen entsprechende eigene Schlüsse zu ziehen. Die Praxis aber sieht im Sommer 1980 und in den Monaten danach ganz anders aus. Wolfgang Templin:

" Es ist in der DDR gelungen, in den 50er und 60er Jahren, nach einem anfänglich sehr massiven und von allen Bevölkerungsteilen getragenen Widerstand, der mit brutalsten Mitteln gebrochen wurde..., Deportierte, Verschleppte, Verhaftete, Todesurteile, der Höhepunkt: ’53, der Volksaufstand... es ist danach gelungen, dieses Trauma der Niederlage so als Grunderfahrung einzubringen, also einer SED-Politik ist das gelungen, dass spätestens ab Bau der Mauer ein sich innerlich selbst in diese Verhältnisse Einmauern einsetzte – der Mehrheit wohlgemerkt. - Es ist unter Honecker gelungen, in einer Art Sozialkompromiss die Leute quasi dauerhaft ruhigzustellen, dass wir von einem, so sehr uns das schmerzte, überzeugt sein mussten: Das was in Polen so passiert ist, werden wir nicht wiederholen können. "

Als der Nervenkrieg zwischen den polnischen Kommunisten und den Streikenden in Danzig und inzwischen in ganz Polen gegen Ende August seinem Höhepunkt entgegentreibt, steht auch diesmal die Befürchtung im Raum, die Sowjetunion und der Warschauer Pakt, das Militärbündnis des Ostblocks, könnten eingreifen, die Opposition in Polen mit Gewalt niederschlagen – so wie zuletzt 1968 beim "Prager Frühling" in der Tschechoslowakei. Und wieder gehört die DDR-Führung zu den ideologischen Scharfmachern. Sie befürwortet den Einmarsch, beschönigend "brüderliche, internationalistische Hilfe" genannt:

" Honecker war einer der schärfsten Einpeitscher des militärischen Vorgehens. Er drängte im Rat der Generalsekretäre darauf. Die NVA-Kontingente waren vorbereitet, die standen in Grenznähe. Ich fürchte, bei einer anderen Entscheidungslage in Moskau, die DDR-Entscheidung wäre mitgefallen, hätte nicht bedingungslosen Gehorsam bedeutet – aber sie hätte eine Katastrophe auch für die Beteiligten ausgelöst. "

Bogdan Borusewicz, einer der Federführer beim August-Streik in Danzig, präzisiert aus der polnischen Innensicht:

" Sogar (der damalige polnische) Verteidigungsminister Jaruzelski erinnert in seinen Memoiren daran, dass bei einem Einmarsch der DDR-Deutschen die Situation verhängnisvoll hätte werden können. Dann, so schreibt er, wäre die polnische Armee nicht mehr zurückzuhalten gewesen. Sie hätte begonnen, sich aktiv zu verteidigen. - Und der Widerstand hätte ein Ausmaß angenommen, das mit der Tschechoslowakei 1968 nicht zu vergleichen gewesen wäre. - Ich habe vorausgesehen, dass dies den Russen damals auch klar war und dass sie es sich überlegen würden. "

Eine Ansicht, die übrigens auch Nikolaj Portugalov teilt, einst Deutschland-Experte im Zentralkomitee der KPdSU in Moskau und damit Augen- und Ohrenzeuge im Machtzentrum der Sowjetunion:

" Breschnew wäre nie in Polen einmarschiert. Der hat zwar darüber nichts gesagt. Und mehr noch: Die Drohung stand im Raum. Aber einmarschiert (wäre) er nicht. – Die tschechische Lehre saß. "

Zunächst jedenfalls. Spielen aber wird Moskau auch in den kommenden Monaten immer wieder mit dem Druckmittel "Intervention", um die Erosion der kommunistischen Macht in Polen aufzuhalten und die sich immer ungebärdiger gebende polnische Opposition zu disziplinieren. Es wird dem Polen Wojciech Jaruzelski vorbehalten bleiben, im Dezember 1981, nach 18 Monaten einer Art Doppelherrschaft mit und gegen Solidarnosc das Kriegsrecht über das Land zu verhängen – und vordergründig für Ruhe in Polen zu sorgen. Später wird er sagen, nur so habe sich eine Intervention von außen vermeiden lassen.
Der Held vom August 1980, der Danziger Streikführer, Lech Walesa, und viele seiner Mitstreiter werden interniert. Aber die 21 Punkte der Danziger Erklärung, die am 31. August 1980 von den Arbeitern der Lenin-Werft erstreikt und der kommunistischen Führung abgetrotzt worden sind, die lassen sich nicht mehr totschweigen und unterdrücken:

" Erstens: Zulassung freier, von der Partei und den Betriebsleitungen unabhängiger Gewerkschaften, die sich aus der von der Volksrepublik Polen ratifizierten Konvention Nr. 87 der Internationalen Arbeitsorganisation zur Gewerkschaftsfreiheit ergibt.

Zweitens: Garantie des Streikrechts und der Sicherheit der Streikenden sowie der sie unterstützenden Personen.

Drittens: Einhaltung der von der Verfassung der Volksrepublik Polen garantierten Freiheit des Wortes, des Druckes und der Publikation, d.h. keine Unterdrückung unabhängiger Zeitschriften und Zugang von Vertretern aller Glaubensbekenntnisse zu den Massenmedien.

Viertens: Wiedereinstellung aller Personen an ihren früheren Arbeitsplatz, die wegen der Verteidigung...

… Freilassung aller politischen Häftlinge… Lohnfortzahlung… Anhebung des Grundlohns... Abschaffung der Privilegien für Miliz, Sicherheitsdienst und Parteiapparat durch Angleichung der Familienzuschläge...... "

"Brich die Zähne der Gitter aus den Mauern, reiß die Handschellen auseinander, zerbrich die Peitsche – und die Mauern fallen zusammen und begraben unter sich die Alte Welt", heißt es in diesem schon Ende der 70er Jahre komponierten Lied von Jacek Kaczmarski, das rasch zu einer Hymne der Solidarnosc-Ära werden soll und die Kriegsrechts-Zeit überdauern wird. – Der reale Fall der Berliner Mauer im November 1989, der hier vorausgesagt wird, ist der Schlusspunkt jenes knappen Jahrzehnts, dessen Beginn die Streiks in Polen und die "Danziger Erklärung" vom August 1980 markiert haben. Anspielungen, die Ereignisse von Danzig seien eigentlich nur Teil eines großen Planes gewesen, um die Sowjetunion im Kalten Krieg niederzuringen, empfinden Solidarnosc- und KOR-Veteranen wie Bogdan Borusewicz inzwischen nicht einmal mehr als Beleidigung:

" In den USA ist ein Buch erschienen, das den Nachweis führen will, dass hinter dem Machtwechsel in Polen der amerikanische Geheimdienst CIA mit einigen Millionen Dollar Finanzierungshilfe, vielleicht auch noch der Vatikan gestanden haben. Für mich – und ich war mitten drin dabei – ist das ganz einfach lächerlich.- Kein Geheimdienst ist im Stande, künstlich eine Bewegung von zehn Millionen erwachsener, bewusster Menschen zu erschaffen. "

"Aber natürlich...", setzt Borusewicz mit leicht ironischem Unterton hinzu:

"...Unterstützung – ja, die gab es schon, vor allem von ausländischen Gewerkschaften. Die Regierungen im Ausland dagegen waren sehr vorsichtig. – Die deutschen Gewerkschaften waren übrigens auch sehr reserviert. Noch distanzierter gegenüber der Solidarnosc aber war die SPD-geführte Bundesregierung, die sich wohl in ihrer "Ost-Politik" behindert fühlte. "

Dass Borusewicz mit dieser Ansicht einen wunden Punkt getroffen hat, räumte nicht zuletzt Bundeskanzler Gerhard Schröder ein, als er vor fünf Jahren in Warschau vor dem polnischen Parlament, dem Sejm, in einer Rede erklärt:

" Polens Freiheit war auch immer ein Indikator für die Freiheit Deutschlands und für die Freiheit Europas. Polens Bürgerrechtler, Gewerkschafter und freiheitsliebende Intellektuelle haben diesen Zusammenhang immer, und manchmal sehr viel früher als andere, so gesehen. "

Aber auch die Solidarnosc unterliegt dem Wandel der Zeit. Von einer Massenbewegung ist sie heute zu einer katholisch orientierten, reinen Arbeitnehmer-Vertretung geschrumpft. Viele Helden von einst sind in der historischen Versenkung verschwunden: Auch Lech Walesa, der "Held von Danzig", und Jahre später erster frei und demokratisch gewählter Staatspräsident Nachkriegspolens, spielt inzwischen politisch keine wichtige Rolle mehr. Den nach 1989 rasch abnehmenden Einfluss der "Solidarnosc" begründet Bogdan Lis, Vorsitzender der Solidarnosc-Stiftung in Danzig, ausgesprochen nüchtern so:

" Das ist doch nicht verwunderlich. Polen ist jetzt ein demokratisches, freies Land. Damals war Solidarnosch die einzige Organisation, die fähig war, innerhalb eines kommunistischen Staates zu funktionieren... Hier trafen sich alle: Unternehmer, Arbeiter, Intellektuelle. Heute haben die alle ihre eigenen Organisationen. Historisch gesehen aber bedeutet die Solidarnosch mehr: Sie war eine nationale, eine soziale, eine gewaltfreie Befreiungsbewegung, die sich an moralischen Werten orientierte. Und das war der Grund, weshalb sie die Macht der Kommunisten besiegte. Die hatten zwar die Gewalt - aber keine Moralprinzipien. Und deswegen - auf der moralischen Ebene - haben sie den Kampf vollständig verloren. "

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