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Diesel-DiskussionLungenärzte haben sich offenbar verrechnet

Diagnose Lungenkrebs: Ein Arzt zeigt auf einem Röntgenbild auf einen Tumor. (picture alliance / dpa / Rainer Jensen)
Über 100 Lungenärzte haben sich verrechnet. (picture alliance / dpa / Rainer Jensen)

Nach Recherchen der Tageszeitung taz beruht die Stellungnahme von mehr als 100 Lungenärzten zu den Auswirkungen der Feinstaubbelastung auf falschen Zahlen.

Die Initiatoren, die die Grenzwerte für die Belastung als zu niedrig kritisierten, haben demnach Fehler eingestanden. Beispielsweise hatten die Ärzte behauptet, dass ein Raucher in wenigen Monaten die gleiche Stickoxidmenge einatme wie ein 80-Jähriger im Laufe seines Lebens durch Diesel-Abgase an einer viel befahrenen Straße. Nach den Berechnungen der Zeitung braucht ein Raucher für die gleiche Menge Stickoxid aber nicht wenige Monate, sondern sechs bis 32 Jahre. Die Ärzte hätten sich verrechnet, so die taz. Die Stellungnahme der Lungen-Spezialisten war von Verkehrsminister Scheuer begrüßt worden. Er sprach damals von einem "Schritt zu Sachlichkeit und Fakten". Wissenschaftler kritisierten das Dokument aber von Beginn an als unseriös.