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Dieses Mal traf es EcuadorFünftes Erdbeben in vier Tagen

Ein Auto wird von einer zusammengebrochenen Brücke zerstört, Rettungskräfte im Hintergrund. (AFP / Marcos pin Mendez)
Eine zusammengebrochene Brücke im ecuadorianischen Guayaquil begräbt ein Auto unter sich. (AFP / Marcos pin Mendez)

Das Doppel-Erdbeben in Japan, weitere Erschütterungen in Myanmar, Vanuatu, Guatemala und diese Nacht die kräftigste Erschütterung in Ecuador seit mehreren Jahrzehnten: Die Erde kommt dieser Tage nicht zur Ruhe. In Ecuador kamen mindestens 272 Menschen ums Leben. Die Behörden rechnen mit weiteren Beben.

Ein Erdbeben der Stärke 7,8 hat sich an der Küste von Ecuador ereignet. Mindestens 272 Menschen kamen uns Leben, teilte Präsident Rafael Correa mit. Mehr als 2.500 Menschen seien verletzt worden. Hunderte Menschen werden noch vermisst. Die Zahl der Opfer werde sicherlich weiter steigen, sagte der Staatschef, der nach der Rückkehr aus Europa direkt in die betroffene Küstenregion gereist war. Er nannte das Beben die größte Tragödie der vergangenen 67 Jahre.

Das Epizentrum befand sich 27 Kilometer südsüdöstlich von Muisne in einem kaum besiedelten, aber bei Touristen beliebten Gebiet mit mehreren Fischerhäfen. Die Erschütterung war noch in der rund 170 Kilometer entfernten Hauptstadt Quito zu spüren, wo Panik ausbrach und Gebäude wackelten oder einstürzten. Präsident Rafael Correa rief seine Landsleute auf, Stärke zu zeigen. Es ist das stärkste Erdbeben in dem südamerikanischen Land seit 1979. Der Erdstoß war bis nach Kolumbien zu spüren. In der Stunde nach der Erschütterung, die nach Einbruch der Dunkelheit geschah, kam es zu mehreren Nachbeben, einige davon mit einer Stärke von 6.

Unterdessen ist die internationale Hilfe angelaufen: Konvois mit Lebensmitteln, Wasser, Kleidung und Medikamenten verließen am Sonntagabend die Hauptstadt Quito. Auch die Europäische Union hatte rasche finanzielle und technische Hilfe in Aussicht gestellt. 

Suche nach Überlebenden in Japan fortgesetzt

Das südamerikanische Land liegt geografisch am sogenannten Pazifischen Feuerring, einem Gürtel aus etwa 450 aktiven Vulkanen. Er ist etwa 40.000 Kilometer lang und wie ein Hufeisen geformt. Dort treffen verschiedene Platten der Erdkruste aufeinander. Es kommt zu tektonischen Verschiebungen und Verwerfungen, die Vulkanausbrüche, Erdbeben und Tsunamis zur Folge haben. Das Halbrund aus "Feuerbergen" reicht von den Küsten Süd- und Nordamerikas bis zu einer Reihe von Inselketten im asiatisch-pazifischen Raum.

In den vergangenen Tagen hatten schwerer Erdbeben mit mehr als 40 Toten den Süden Japans erschüttert. Die Rettungskräfte auf der japanischen Insel Kyushu setzten am Sonntag ihre Suche nach Überlebenden fort. Mindestens sechs Menschen wurden noch vermisst, wie die Behörden mitteilten. Unterstützt wurden die einheimischen Einsatzkräfte von der US-Armee. Schwere Regenfälle erschwerten die Bergungsarbeiten um die Stadt Kumamoto. Die Behörden warnten aufgrund von Nachbeben vor weiteren Erdrutschen. Die Region im Süden Japans war am Donnerstagabend von einem Beben der Stärke 6,2 erschüttert worden. Mindestens neun Menschen wurden getötet. Bei einem zweiten Beben der Stärke 7,0 kamen am Samstag mindestens 32 Menschen ums Leben. Insgesamt wurden etwa tausend Menschen verletzt, 184 von ihnen schwer.

Keine Zusammenhänge zwischen Erdbeben in unterschiedlichen Regionen

Freitragmorgen traf ein Erdbeben der Stärke 6,2 die Küste Guatemalas. Die Folgen verliefen Medienberichten zufolge glimpflich. Bereits am Mittwoch und Donnerstag bebte die Erde in Myanmar und in Vanuatu. Seismologen weisen allerdings darauf hin, dass Erdbeben, die in einer Region aufträten, nichts mit Erdbeben zu tun hätten, die sich hunderte Kilometer entfernt davon zutrügen. Lediglich Nachbeben seien üblich, da sich die Erdplatten in ihrer neuen Position erst festigen müssten. 

 

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