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StartseiteVerbrauchertippSaugroboter scheitern an Teppichböden11.03.2019

Digitale HaushaltsgeräteSaugroboter scheitern an Teppichböden

Staubsaugroboter zählen zu den beliebtesten digitalen Haushaltsgeräten. Sie erledigen die lästige Arbeit wie von Geisterhand, sogar ferngesteuert per App über das Smartphone. Doch wie gut saugen die Geräte wirklich? Ein Test ließ sie auf verschmutzte Teppiche los - mit gemischten Ergebnissen.

Von Dieter Nürnberger

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Ein Staubsaugerroboter fährt am 22.07.2015 in Bonn über einen Teppich. (picture alliance / Ina Fassbender)
Eine eigene Produktgruppe, die mit herkömmlichen Staubsaugern nicht zu vergleichen ist: Saugroboter (picture alliance / Ina Fassbender)
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Sie können spontan losgeschickt werden oder auch - dank Programmierung - jeden Tag zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die Fernsteuerung über eine App auf dem Smartphone ist inzwischen bei den vielen Saugrobotern Standard. Und wer will, kann dank Modellen mit integrierter Videokamera sogar sehen, ob der Saugroboter gerade unter dem heimischen Wohnzimmersofa aktiv ist oder eventuell doch von einem Haustier daran gehindert wird. Denn Saugroboter funktionieren am besten in Räumen mit glatten Böden und übersichtlicher Einrichtung, sagt Warentesterin Cecilia Meusel.

"Zwar sind die von uns getesteten geprüften Modelle mit Sensoren ausgestattet, so dass sie nicht sozusagen gegen den Hausrat rumsen, aber es gibt Hindernisse, die sie nicht bewältigen können. Sehr hohe Teppichkanten beispielsweise. Oder sie können sich auch in Kabeln verheddern. Und solche Problemstellen muss man einfach vorher beseitigen."

Schwierigkeiten mit Teppichböden

Die von der Stiftung Warentest untersuchten Saugroboter gehören mit Preisen zwischen 400 und 950 Euro eher zur oberen Preisklasse. Was sich auch in der Ausstattung bemerkbar macht: So liefern einige Modelle Magnetbänder oder kleine Infrarottürme mit, womit Kunden Überfahrtbarrieren im Raum festlegen können.

Die Tester wollten natürlich vor allem wissen, wie gut der Roboter den Boden sauber bekommt. Weshalb zu Testzwecken Hartböden und Teppiche vorher ganz bewusst verschmutzt wurden.

"Vor allem Teppichboden bereitet Saugrobotern Schwierigkeiten. Konkret: Sie lassen oft einen Großteil des Feinstaubs in den Tiefen des Floors liegen. Einige hatten auch Schwierigkeiten Fasern von einem Teppich aufzunehmen. Und die klassisch runden Geräte, bei denen der Saugschlitz fast in der Mitte des Gerätebodens liegt, kommen einfach nicht tief genug in die Ecken hinein und auch nicht nahe genug an die Kanten heran."

Empfehlung: Nach jedem Einsatz leeren

Deshalb spricht Warentesterin Cecilia Meusel im besten Fall von lediglich optisch sauberen Böden. Die Saugkraft der Roboter sei mit der von herkömmlichen Bodenstaubsaugern nicht zu vergleichen.

"Selbst die besten Modelle in der Untersuchung holen da gerade mal die Hälfte des feinen Prüfstaubs heraus. Zum Vergleich: Ein guter Bodenstaubsauger schafft hier weit mehr als 80 Prozent."

Die deutlich größeren Bodenstaubsauger halten in der Regel auch den aufgesaugten Feinstaub dank eines Filters verlässlicher im Gerät und pusten ihn nicht gleich wieder hinten raus. Die kleinen Staubbehälter in den Saugrobotern sollten hingegen am besten nach jedem Einsatz geleert und gereinigt werden.

Nur zwei Modelle mit "gut" bewertet

Die Warentester sehen Saugroboter inzwischen als eigene Produktgruppe. Die hier angelegten Maßstäbe sind weniger streng als bei Bodenstaubsaugern. Dennoch erhielten nur zwei der acht Roboter eine gute Bewertung.

"Das war einmal der sehr teure "Vorwerk Kobolt VR300", kostet immerhin 950 Euro. Und ähnlich gut schnitt ein Gerät von "AEG RX9 " ab. Er ist für 670 Euro zu haben. Fünf Modelle schnitten "befriedigend" ab - und leider war das günstigste Gerät in unserem Test letztlich nur "ausreichend".

Und noch ein Hinweis: Bei einigen Saugrobotern ist man auf die mitgelieferte App angewiesen, um sämtliche Funktionen zu nutzen. Den Sicherheitscheck gegen Hackerangriffe bestanden zudem alle Testmodelle. Damit nicht irgendjemand von außen den Saugroboter in Gang setzt.

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