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StartseiteVerbrauchertippWie die Überlastung des Internets vermieden werden kann31.07.2020

Digitaler AlltagWie die Überlastung des Internets vermieden werden kann

Handy, Laptop, Computer – immer mehr Geräte sind zuhause gleichzeitig mit dem Internet verbunden. Durch Heimarbeit in Corona-Zeiten hat die Auslastung des Internets nochmals zugenommen. Damit die Verbindung stabil bleibt und die Video-Konferenz nicht abreißt, sollten Nutzer einiges beachten.

Von Michael Voregger

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Ein Vater schaut seinen Kinder bei der Nutzung der Handys zu (Symboldbild / Imago)
Auch die Kinder nutzen in Corona-Zeiten zu Hause immer mehr ihr Smartphone. (Symboldbild / Imago)
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Viele Familien haben in den letzten Monaten viel Zeit zu Hause verbracht. Die Eltern waren im Homeoffice und der Nachwuchs hatte keine Schule. Das Internet wurde rund um die Uhr genutzt. Videokonferenzen, Schulaufgaben und digitale Kommunikation wurden zum Alltag. Smartphones, Tablets, Laptops und Computer gingen gleichzeitig ins Netz. Bei vier Personen können das schon mal bis zu 12 Geräte sein. Dazu kommen dann noch der smarte Fernseher und die Musikanlage. Auch wenn Kinder bald wieder zur Schule gehen - mobiles Arbeiten von Zuhause wird immer mehr zum Alltag. Dusan Zivadinovic ist Redakteur bei der Computerzeitschrift c't.

"Wenn sie jetzt eine Videokonferenz aufbauen wollen, von A nach B, dann sind da viele Glieder beteiligt. Da ist das Endgerät, dass man in der Hand hält, dann eventuell weitere Elemente im eigenen Heimnetz. Bis dann die Datenpakete bei dem privaten Router ankommen und dieser reicht die dann über das Internet weiter."

Bei Videokonferenzen geht es um die Senderichtung

Die meisten Haushalte haben in Deutschland einen Internetanschluss über DSL. Erst danach folgt die leistungsfähigere Übertragungstechnik mit einem Fernsehkabel oder über Glasfaser. Die Anbieter werben dabei gerne mit hohen Übertragungsraten beim Empfang der Daten. In den Zeiten der Videokonferenzen reicht das allerdings nicht aus. 

Dusan Zivadinovic: "Wenn jetzt mehre Videokonferenzen gleichzeitig laufen, dann sollten wir mindestens zehn Megabit in Senderichtung veranschlagen. Das ist ein bisschen das Problem, weil die meisten Anschlüsse werden unter der Angabe der Empfangsrichtung verkauft. Wenn sie lesen maximal 300 Megabit oder 100 Megabit pro Sekunde, dann ist da in aller Regel die Empfangsrichtung gemeint. Aber für Videokonferenzen ist die wichtigere Richtung die Senderichtung – das ist das Nadelöhr."

Emma Przygodda studiert in Düsseldorf Soziologie. In den letzten Monaten lief das Studium online. Zu Hause musste sie sich den Internetzugang mit drei anderen Familienmitgliedern teilen. 

"Es hat Tage gegeben, wo das relativ reibungslos funktioniert, weil das auch nicht alle genutzt haben. Dann gab es aber auch Tage, wo ich mitten im Zoom-Meeting das Internet komplett abgestürzt ist und ich aus dem Kurs geschmissen wurde."

Repeater können die Reichweite des Anschlusses verbessern

Die Universitäten haben sich inzwischen darauf eingestellt, dass die Technik nicht immer mitspielt. Bei Seminaren und Arbeitstreffen ist das kein Problem, aber inzwischen werden auch Prüfungen und Klausuren online durchgeführt.

Emma Przygodda: "Bei mündlichen Prüfungen ist das so, dass eine bestimmte Zeit extra kalkuliert ist, für technische Fehler, Internetstörungen während der Prüfung. Sollte das Internet ganz ausfallen, dann wird die Prüfung verschoben und später nachgeholt."

In den eigenen vier Wänden kann der Zugang über Kabel für eine sichere Verbindung sorgen. Die drahtlose Kommunikation ist bequem, aber die Übertragungsrate ist geringer und die Technik ist anfällig. Mit Verstärkern – sogenannten Repeatern – kann die Reichweite auch in großen Wohnungen verbessert werden. Wenn es eng wird, dann muss manchmal improvisiert werden.

Dusan Zivadinovic: "Wenn zum Beispiel das Mobilfunkvolumen das hergibt, dann kann Papa mit seinem Smartphone seine Videokonferenz über Mobilfunk erledigen. Was häufig noch schnell genug ist und den übrigen den DSL-Anschluss überlassen – beispielsweise."

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