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Digitalpakt"Schul-Cloud"-Macher gegen Investitionen in Tablets

Lehrer hält einen Tablet-Computer vor einer Tafel, auf dem eine Tafel abgebildet ist.  (dpa / picture-alliance)
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Der Leiter des Projekts "Schul-Cloud", Meinel, rät dazu, die Mittel des geplanten Digitalpakts vor allem für Infrastruktur und Lehrerfortbildungen zu nutzen.

Er hoffe, dass das Geld nicht in Geräte wie Tablets fließe, sagte Meinel im Deutschlandfunk. Das wäre die schlechteste Investitionsmöglichkeit. Der Direktor des Hasso-Plattner-Instituts betonte, für Geräte müsse eine ähnliche Lösung wie für Schulbücher gefunden werden. Die Mittel aus dem Digitalpakt sollten vor allem genutzt werden, um die Schulen überhaupt für die Nutzung von Tablets und Ähnlichem fit zu machen. Die Schulen müssten ans schnelle Internet angeschlossen werden und es brauche WLAN in den Klassenzimmern. Außerdem müssten die Lehrer entsprechend weitergebildet werden.

Meinel zeigte sich optimistisch, dass Bund und Länder ihren Streit über den Digitalpakt beilegen. Der Druck sei groß aus den Schulen. Aus Sicht einiger Ministerpräsidenten greift die geplante Grundgesetzänderung zu sehr in die Länderhoheit ein. Bildung ist in Deutschland Ländersache. Der Bundestag hat aber mit Zweidrittelmehrheit beschlossen, die Mitfinanzierung von digitaler Ausstattung der Schulen durch den Bund zu ermöglichen. Der Bundesrat muss noch zustimmen. Anlass ist der Digitalpakt, durch den Schulen vom Bund Geld unter anderem für die Anschaffung von Laptops und Tablets erhalten sollen.

Das Hasso-Plattner-Institut in Potsdam bietet mit Unterstützung des Bundesbildungsministeriums eine "Schul-Cloud" an, über die Lernapps und ähnliche Inhalte verwaltet und überall abgerufen werden können.

Das Interview können Sie ab 14:35 Uhr in der Sendung "Campus und Karriere" hören.