Montag, 23.07.2018
 
StartseiteVerbrauchertippNeue Rundfunkgeräte mit vielen Vorteilen und einem Haken02.07.2018

DigitalradiosNeue Rundfunkgeräte mit vielen Vorteilen und einem Haken

Digitalradios haben viele Vorteile. Sie bieten in der Regel den Empfang von DAB+- und UKW, einige sind auch internetfähig. Manche haben sogar eine Bluetooth-Schnittstelle, sodass man sein Smartphone mit dem Radio koppeln kann. Allerdings gibt es auch Schwachstellen. Das größte Problem: die Klangqualität.

Von Dieter Nürnberger

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Ein Digitalradio steht in einem Radiostudio. (dpa/picture alliance/Armin Weigel)
Über eine Bluetoothschnittstelle kann man bei vielen Digitalradios sein Smartphone mit dem Gerät koppeln, um die eigene Lieblingsmusik abzuspielen (dpa/picture alliance/Armin Weigel)
  • E-Mail
  • Teilen
  • Tweet
  • Drucken
  • Podcast
Mehr zum Thema

DAB+ Der Stand der Dinge

Radiohören Die Vorteile von DAB+

Alle 18 untersuchten Digitalradios können beides - sie gewährleisten neben dem modernen DAB+-Empfang auch noch die alte analoge Technik über UKW. Und darüber hinaus bietet mehr als die Hälfte des Testfelds sogar Internetradio mit tausenden von Radioprogrammen weltweit. Doch die relativen kleinen Digitalradios können auch noch mehr - abhängig von der jeweiligen Ausstattung, so Warentester Markus Bautsch.  

"Fast alle Geräte haben einen Wecker und jedes sogar eine Uhr. Denn über den digitalen Empfang kann man sich auch mit Uhren im Internet synchronisieren. Die zeigen automatisch immer die richtige Uhrzeit an. Und einige wenige Geräte sind sogar mit einer Bluetooth-Schnittstelle ausgestattet. Das heißt, Sie können die Radios mit Ihrem Smartphone koppeln, um die eigene Lieblingsmusik darüber abzuspielen."

Klangqualität sehr unterschiedlich

Die Preise für einfache Geräte ohne Internetanschluss liegen zwischen rund 40 und 130 Euro. Modelle, die über WLAN in das Netz gehen können, sind teurer - bis zu 280 Euro. Wichtigstes Kriterium bei einem Radio-Test ist natürlich der Klang. Und hier gab es dann doch eine Überraschung - denn nur 3 der 18 Modelle bieten einen guten Ton.

"Meine Eltern haben bei diesen Radios immer den Begriff Küchenradio verwendet. Das sind somit Geräte, die transportabel sind und irgendwo hingestellt werden können. Manche haben sogar einen Batterie- oder Akkubetrieb. Aber die Kästen sind so klein, dass man schon sehr dicht an das Gerät rangehen müsste, um den Stereoeffekt zu genießen. Sie dienen also eher lediglich zur Schallwiedergabe - mal Nachrichten hören oder für Hintergrundmusik. Aber nicht zum Genuss von hochwertiger Musik."

Nur die internetfähigen Modelle von "Roberts", "Sonoro" und "Teufel" klangen gut. Sie sind die teuersten in der Untersuchung.

Ein wenig besser waren die Bewertungen beim Empfang. Schwachstelle ist hier traditionell der UKW-Bereich. Einige Modelle empfingen selbst unter guten Bedingungen weniger als zehn analog ausgestrahlte Radiosender störungsfrei, obwohl im Testgebiet mehr als 60 zur Verfügung standen. 

"Dann ist es beim UKW-Empfang so, dass Sie Rauschgeräusche hören, ein Knacken oder auch Aussetzer. Dass ist beim Digitalradio gar nicht der Fall: Entweder haben Sie da volle und hohe Qualität oder Sie kriegen gar nichts. Dennoch: Die Reichweite von DAB ist durch die Modulation der Signale relativ gut. Wenn Sie also einigermaßen dicht an einer solchen Antenne wohnen - etwa in einem Umkreis von 50 Kilometern Radius - dann haben Sie eine gute Chance einen Sender auch wirklich gut zu empfangen."

Kaum Probleme bei der Handhabung

Bei der Handhabung gab es kaum Probleme. Einige Modelle bieten übersichtliche Farbdisplays, die das Navigieren deutlich erleichtern. Knapp die Hälfte der Testmodelle erhielt noch eine gute Gesamtbewertung, trotz eines oft nur befriedigenden Klangs. Warentester Markus Bautsch:

"Der Testsieger ist ein Digitalradio von 'Roberts' - das kostet allerdings auch über 200 Euro. Wer nicht ganz so viel ausgeben möchte, bekommt für die Hälfte des Geldes von 'Medion' ebenfalls ein gutes Gerät. Und wer auf Internetanschluss verzichten möchte, kann sich von den beiden 'gut' bewerteten 'Sony'-Modellen eines aussuchen. Die kosten ungefähr jeweils 100 Euro."

Und noch ein Hinweis: Je nach Region lassen sich über DAB+ unterschiedlich viele Sender empfangen. In Berlin sind es beispielsweise über 40, in Bremen derzeit lediglich 28. Eine gute Übersicht über die digital ausgestrahlten Programme bietet die Internetseite "empfangsprognose.de".

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk