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DLF-RechercheDatenleck bei Bundesbehörde für Stasi-Unterlagen

Stasi-Unterlagenbehörde in Berlin (www.bstu.de/screenshot 10.06.2021)
Stasi-Unterlagenbehörde in Berlin (www.bstu.de/screenshot 10.06.2021)

Wenige Tage vor Auflösung der Stasi-Unterlagen-Behörde ist ein Datenleck bekannt geworden.

Nach Recherchen des Deutschlandfunks hat ein Unbekannter die Opferakte der Schriftstellerin und DDR-Spitzensportlerin Ines Geipel eingesehen. Geipel, die als Opfer die Einsicht in die Akte hätte gestatten müssen, war nicht gefragt worden. Der Zugriff erfolgte ohne ihr Wissen. Wer die Akte eingesehen und das Blatt abfotografiert hat, ist unklar. Die Stasi-Unterlagenbehörde konnte den Sachverhalt bislang nicht aufklären.

Für die neue SED-Opfer-Beauftragte Zupke, die morgen ihr Amt antritt, dürfte das Thema Datensicherheit somit auf der Agenda stehen. Der Bundestag hatte im vergangenen Jahr die Überführung der Stasi-Akten von der Stasi-Unterlagen-Behörde in das Bundesarchiv beschlossen.

Bekannt geworden war Geipel als Spitzensportlerin der DDR - zunächst als Staffelweltrekordlerin, später als Kritikerin jeder Form des Dopings. Von 2013 bis 2018 war Geipel Vorsitzende des Vereins Doping-Opfer-Hilfe.

Diese Nachricht wurde am 10.06.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.