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Dmitri KourliandskiObjektive Musik

Die Arbeiten des jungen Komponisten zeichnen sich durch eine irritierende radikale Sprache aus, die nicht nur in seiner Heimat Russland für großes Aufsehen sorgen.

Von Jean-Claude Kuner | 26.04.2014

Ein Schlüsselerlebnis war für den Moskauer Komponisten Dmitri Kourliandski, Jahrgang 1976, der Besuch einer Ausstellung kinetischer Kunst: Die Objekte erzeugten Geräusche, ganz ohne Absicht. Kourliandski entwickelte daraus eine eigene Musiksprache, frei von Aktion und Entwicklung, die sich von subjektiver Gestaltung entfernt. Er nennt sie "objektive Musik". Ihn interessieren nicht Klänge an sich, sondern unter welchen Konditionen diese entstehen. Sein op. 1, die Komposition "Innermost", besteht aus neun Noten. Kourliandski gehört zu einer neuen Generation junger radikaler russischer Komponisten, die in ihrem Heimatland eine neue, eigensprachliche Szene neuer Musik initiieren, die möglicherweise Spiegel erlebter Verhältnisse ist.