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StartseiteCorso"Er musste verkaufen - weit unter Wert" 26.04.2019

Doku über Kunstsammler Max Emden "Er musste verkaufen - weit unter Wert"

Der jüdische Kaufhausgründer und Kunstsammler Max Emden verlor in der NS-Zeit seinen gesamten Besitz - entschädigt wurden seine Nachkommen nie. Die Doku "Auch Leben ist eine Kunst" zeigt am Beispiel Emdens den Umgang mit Raubkunst. Denn der Streit gehe bis heute, sagte Regisseur André Schäfer im Dlf.

André Schäfer im Corsogespräch mit Fabian Elsäßer

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(Archiv der Familie Emden)
Szene aus der Doku: Max Emden mit Freunden im offenen Wagen (Archiv der Familie Emden)
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Die sogenannte Limbach-Kommission hat seit ihrer Gründung im Jahr 2003 gerade einmal 15 Fälle von NS-Raubkunst verhandelt. Zwei Werke, die nach Meinung der Kommission zurückgegeben werden müssen, stammen aus der Sammlung von Max Emden. Der jüdische Unternehmer, der später zum Christentum konvertierte, galt zu seiner Zeit als europäischer "Kaufhauskönig" und gründete unter anderem das bis heute bestehende Berliner KaDeWe. 

20.000 Franken für den Monet

Wegen des wachsenden Antisemitismus' in Deutschland und auch wegen der zunehmenden Industrialisierung seiner Heimatstadt Hamburg zog Emden 1926 in die Schweiz, wo er die Brissago-Inseln im Lago Maggiore kaufte. Hier glaubte er sich vor den Nationalsozialisten sicher, doch sein Besitz wurde nach und nach enteignet. Bald blieb Emden nur noch seine Kunstsammlung, die er stückweise veräußerte.

"Er musste verkaufen, und zwar weit unter Wert", sagte im Deutschlandfunk André Schäfer, der zusammen mit Eva Gerberding den Dokumentarfilm "Auch Leben ist eine Kunst - der Fall Max Emden" gedreht hat. So habe Emden für das berühmte Monet-Bild "Das Mohnfeld bei Verteuil", das heute einen zweistelligen Millionenbetrag wert sei, nur rund 20.000 Schweizer Franken bekommen.

Zynische Absage

Heute befindet sich das Bild im Besitz der Züricher Bührle-Stiftung, die eine Interview-Anfrage der Filmemacher allerdings mit folgender Begründung ablehnte: "Wir sehen keinen Grund, in Erscheinung zu treten, wenn die Not des Zweiten Weltkriegs am Beispiel der Familie Emden behandelt wird, die Krieg und Verfolgung bekanntlich unter sehr komfortablen Bedingungen entging." Das sei einigermaßen zynisch vor dem Hintergrund, dass von Emdens Sammlung am Ende nicht mehr viel übrig geblieben sei, so Dokumentarfilmer André Schäfer im Corsogespräch.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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