Freitag, 21.02.2020
 
Seit 14:35 Uhr Campus & Karriere
StartseiteCorsoRosa von Praunheim: "Heteros haben viel von Schwulen gelernt"28.01.2020

Dokudrama "Darkroom"Rosa von Praunheim: "Heteros haben viel von Schwulen gelernt"

Ein schwuler Serienmörder machte 2015 Schlagzeilen. Mit K.O. Tropfen tötete er mehrere Männer in Berlin, die er unter anderem in Schwulenclubs traf. "Nach fünfzig Jahren Emanzipation kann man auch mal einen bösen Schwulen zeigen", sagte der Regisseur Rosa von Praunheim im Dlf.

Rosa von Praunheim im Corsogespräch mit Susanne Luerweg

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Zwei Männer sitzen auf einem Bett (MissingFilms)
Rosa von Praunheim hat die Geschichte des "Darkroom-Mörders" verfilmt (MissingFilms)
Mehr zum Thema

Rosa von Praunheim bekommt Preis für Lebenswerk "Das ist so ein bisschen wie der Todes-Oscar"

Roman "Nackt über Berlin“ Axel Ranisch gewinnt den Debütpreis der Lit.Cologne

Rosa von Praunheim inszeniert seine Vita auf der Bühne Reine Selbstdarstellung

Neue Filme Rollenspiele und Geschlechterrollen

Rosa von Praunheim gilt als Vorreiter der Schwulenbewegung in Deutschland. Für seine Arbeiten als Regisseur hat er zahlreiche Preise gewonnen, gerade wurde er auf dem Max Ophüls Filmfest für sein Lebenswerk geehrt. Den Preis bezeichnete er als eine Art "Todesoscar", aber die Auszeichnung hat ihn dennoch gefreut und auch die Tatsache, dass sein neuer Film "Darkroom - tödliche Tropfen" zum Auftakt gezeigt wurde.

Wahre Geschichte, authentisch erzählt

Die Geschichte eines Referendars, der in Berlin zahlreiche Männer umbrachte, beruht auf wahren Begebenheiten. Rosa von Praunheim wollte die Ereignisse so authentisch wie möglich erzählen und hat das Drehbuch zusammen mit Uta Eisenhardt verfasst, die den Prozess gegen den "Darkroom-Mörder" verfolgt hat.

Ähnliche Clubszene, ähnliche Probleme

"Drogen sind nicht nur im Schwulenmilieu, sondern auch in der Heteroszene, in der Clubzsene, sehr en vogue, erzählt Rosa von Praunheim. Die Clubszene sei inzwischen ohnehin ähnlich. "Heteros haben viel von Schwulen gelernt."  Auf dem Max Ophüls Fest wurde nicht nur "Darkroom" gezeigt, sondern ein anderer Film mit queerer Thematik, der auch prämiert wurde - "Neuland". "Es ist schön, dass Schwulsein nicht mehr nur problematisiert wird, oder lächerlich gemacht wird, sondern, dass es ganz normal im Fernsehspiel vorkommen kann. Man braucht nicht mehr nur diplomatisch Rücksicht nehmen, immer nur so einen glamourösen Schwulen zeigen, der gut ist, sondern man kann auch die andere Seite zeigen. Das Spektrum ist genauso groß wie bei Heteros."

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk