Montag, 10.12.2018
 
Seit 08:00 Uhr Nachrichten
StartseiteCorsoHeimat und Kotzbrocken22.11.2018

Dokumentarfilm über den RuhrschnellwegHeimat und Kotzbrocken

Im Dokumentarfilm „Diese furchtbare Straße Teil 2“ widmen sich Matthias Grünewald und Michael Lang zum zweiten Mal der Autobahn A40 - Hauptverkehrsader für das Ruhrgebiet, Lärm und Dreck für die Anwohner. Die empfinden für ihre Straße „dieses Liebevolle und trotzdem Hass“, sagte Filmemacher Grünewald im Dlf.

Matthias Grünewald im Corsogespräch mit Bernd Lechler

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Der Ruhrschnellweg bei Nacht (imago /Jochen Tack)
Der Ruhrschnellweg bei Nacht (imago /Jochen Tack)
  • E-Mail
  • Teilen
  • Tweet
  • Drucken
  • Podcast
Mehr zum Thema

Städtebau im Ruhrgebiet Lieber normal statt Avantgarde

Ein Tag am Ruhrschnellweg vom Morgengrauen bis in die Nacht, prägnante Bilder, dazu Musik sowie kleine Interview­ausschnitte aus dem Off: Das war 1996 das Konzept ihres ersten Films über die A 40. Mit denselben Mitteln wollten Matthias Grünewald und Michael Lang nun 22 Jahre später erkunden, was sich auf und neben dem Ruhrschnellweg verändert hat.

Genügsamer Ruhrpott?

"Viele Lärmschutzwände, mehr Bauarbeiten", konstatiert Matthias Grünewald, der für Kamera und Bildmontage zuständig war, aber es sei immer noch dieselbe Straße – im Film vergleicht der Fußballreporter Manfred Breuckmann den Ruhrschnellweg mit einem Verwandten, den man sich nicht aussuchen könne, der aber hin und wieder "ein wirklicher Kotzbrocken" sei.

Unablässig fließt der Verkehr und belastet die Anwohner - gerade wurden künftige Diesel-Fahrverbote für Essen angeordnet -, aber "Der Ruhrpottler ist ja genügsam", lautet ein anderer Kommentar.

Heimatgefühl trotz Lärm und Abgasen

Die Filmemacher sehen darin auch ein Problem: "Dass die Anwohner sich an den Lärm gewöhnt haben, das ist ein bisschen die Ironie", denn Lärmbelastung und Abgase seien schließlich schädlich - aber den Menschen an der A 40 so vertraut, "dass man nicht mehr ohne den Lärm auskommt." So vermittelt der Ruhrschnellweg vielen tatsächlich ein wohliges Heimatgefühl.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk