Dienstag, 20.08.2019
 
Seit 02:00 Uhr Nachrichten
StartseiteMusikjournalDer Komponist und seine sadomasochistische Beziehung03.06.2019

Dokumentarfilm über Haas Der Komponist und seine sadomasochistische Beziehung

Georg Friedrich Haas und Mollena Williams stehen seit Jahren öffentlich zu ihrer sadomasochistischen Beziehung. Ein Dokumentarfilm über die Aktivistin und den Komponisten gibt jetzt nicht nur Einblick in ihre Privatsphäre, sondern will auch zur Diskussion anregen, berichtet unser Kritiker Raoul Mörchen.

Raoul Mörchen im Gespräch mit Christoph Vratz

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Der Komponist Georg Friedrich Haas und die Aktivistin Mollena Williams im Kammermusiksaal des Deutschlandfunks in Köln (Deutschlandradio)
Der Komponist Georg Friedrich Haas und die Aktivistin Mollena Williams (Deutschlandradio)

Der Österreicher Georg Friedrich Haas ist einer der angesehensten europäischen Komponisten der Gegenwart. Mollena Williams ist schwarze US-Amerikanerin, Sadomaso-Pädagogin und Miss Leather 2010. Das Künstlerpaar begegnet sich im Alltag und in der Öffentlichkeit auf Augenhöhe. Im Schlafzimmer dagegen sind die Rollen klar verteilt: Sie ist Sklavin, er ihr Gebieter. Wie sie zueinander gefunden haben und wie diese Beziehung ihre Leben verändert hat, das zeigt der Dokumentarfilm "The Artist and The Pervert" von den Filmemachern Beatrice Behn und René Gebhardt.

Seine Partnerschaft und Vorliebe für Sado Maso hat Haas selbst öffentlich gemacht: Zunächst über soziale Netzwerke, dann über Interviews unter anderem mit der "New York Times" und im Herbst 2016 mit der "Zeit". In den Zeitungsartikeln hat Haas auch erstmals über seine Herkunft berichtet: Seine Eltern und Großeltern waren auch nach 1945 überzeugte Nazis gewesen und er selbst wurde vom Vater geschlagen.

Blick in die Privatsphäre

In dem Film wird das Paar Haas und Williams vor allem in ihrer gemeinsamen Wohnung in New York City gezeigt. Haas agiert und komponiert gerne wenig oder unbekleidet und es fliegen mitunter Dildos durchs Bild. Die Darstellung des Paares sei jedoch nie bloßstellend, erklärt unser Kritiker Mörchen. Es ginge den Filmemachern vor allem darum zu zeigen, wie liebevoll die beiden miteinander umgehen und dass die Sadomaso-Beziehung nur ein Teil ihrer Beziehung sei. "Das ist keine Peep Show", betont Mörchen. Der Film versuche eher, eine Lanze dafür zu brechen, solche Neigungen auszuleben.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk